Landsberg (dpa) l Mehr als die Hälfte aller Deutschen gab kürzlich an, dass ihnen eine "tolle Küche" wichtig ist (57 Prozent). Bei so viel Aufmerksamkeit wird an Technik kaum gespart - besonders der Backofen bekommt immer mehr Funktionen.

Ober- und Unterhitze, Heißluft- und Grill-Funktion sind Standard. Aber es geht noch mehr: Umluftgrillen und eine Pizzastufe, mit der von unten besonders stark geheizt wird, sind häufige Beheizungsarten bei neuen Backöfen. Auch eine Mikrowelle kann integriert sein. Und manche Herde ermöglichen es, zwei verschiedene Gerichte, etwa Hähnchen und Törtchen zeitgleich im Ofen zuzubereiten.

Um schonend zu garen, werden in modernen Öfen zunehmend Dampfgarer verwendet. Dampf in Kombination mit Heißluft führt zu schmackhaften Ergebnissen. Der Braten bleibt zart und saftig - dafür dauert die Zubereitung länger.

Mit Hilfe von Automatikprogrammen lässt sich zudem der Kochaufwand erheblich reduzieren. Die Idee dahinter: Hersteller nutzen die Erfahrungen aus ihren Versuchsküchen und machen sie dem Endverbraucher in fertigen Programmierungen zugänglich. Der Hobbykoch bestimmt nur das Grundprogramm und je nach Gerät muss er noch Angaben wie das Gewicht des Gargutes ergänzen. "Den Rest erledigt der Backofen alleine", erläutert Oberascher. "Mit Hilfe von hinterlegten Einstellungen bestimmt er die Beheizungsart, Garzeit und Temperatur. Sobald der vom Benutzer programmierte Wert erreicht ist, schaltet die Beheizung ab. Lieblingsrezepte oder oft genutzte Einstellungen können hinterlegt werden.

Sogar genaue Anweisungen gibt der Ofen: Ein Display zeigt etwa an, auf welche Ebene das Kochgeschirr kommt.

Stichwort Pflege: Viele Modelle haben Einweichprogramme oder können sich durch Katalyse noch während des Garens selbst reinigen. Eine Beschichtung der Wände mit Metalloxiden saugt Fettpartikel an, Lebensmittelreste zerfallen. Oder der Backofen wird mit Hilfe eines Pyrolyse-Programms gereinigt. "Das heißt nichts anderes, als dass der Ofen auf über 500 Grad erhitzt wird, so dass Reste zu Asche zerfallen und rausgekehrt oder gewischt werden können", erklärt Werner Scholz, Geschäftsführer des Fachverbandes Elektro-Haushalt-Großgeräte im Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.