Stuttgart (dpa) l Friedhelm Schwicker von der Prüforganisation Dekra gibt fünf Tipps, wie sich Gebrauchtwagenkäufer vor einem bösen Erwachen schützen können.

Den Kauf gut vorbereiten: Damit man sich ganz gezielt nach einem guten Gebrauchtwagen umsehen kann, sollte man eine möglichst genaue Vorstellung von Modell, Baujahr, Laufleistung und Motorisierung haben, empfiehlt Schwicker. Welche Autos anfällig sind und welche vergleichsweise robust, können Verbraucher zum Beispiel mit Hilfe der Mängel-Statistiken von Kfz-Prüforganisationen einschätzen.

Die Kosten checken: Ein Richtpreis für Gebrauchte lässt sich auf den Automärkten im Internet ermitteln: "Suchen Sie dort Ihren Wunschwagen und ermitteln Sie den Durchschnittspreis im angezeigten Mittelfeld", empfiehlt der Dekra-Experte. "Denn die günstigsten Treffer sind oft faule Lockangebote, und die teuersten Offerten stammen von Privatleuten, die glauben, für ihren alten Wagen noch den Neupreis wiederzubekommen." Ganz wichtig: "Berücksichtigen Sie bei der Fahrzeugwahl auch die Unterhaltskosten, vor allem für Steuern und für die Versicherung im jeweiligen Zulassungsgebiet."

Die Papiere auf Vollständigkeit prüfen: Gerade bei jüngeren Gebrauchtwagen sollten Kaufinteressenten auf ein lückenlos geführtes Serviceheft achten, betont Schwicker - "am besten sind auch alle Werkstattrechnungen dabei". Denn das Serviceheft könnte mit Stempeln nicht existierender Autohäuser gefälscht sein. Außerdem sollten die Prüfbescheinigungen der letzten Kfz-Hauptuntersuchungen vorliegen.

Das Fahrzeug kontrollieren (lassen): Auf eine Probefahrt sollten Autokäufer nicht verzichten, außerdem sollten sie sich den Gebrauchten in Ruhe ansehen und auch in verborgene Ecken schauen. Unterschiedliche Spaltmaße etwa können auf einen Unfallschaden hindeuten. "Die meisten Mängel werden Laien aber nicht erkennen", sagt Schwicker. Sein Tipp für den Autokauf von einem Privatanbieter: "Vereinbaren Sie mit dem Verkäufer, gemeinsam mit ihm zu einer Werkstatt zu fahren und den Wagen dort durchsehen zu lassen - das kostet um die 100 Euro. Dann sind Sie auf der sicheren Seite. Wiegelt der Verkäufer das gleich ab: Finger weg von dem Wagen!"

Beim Händler kaufen: Grundsätzlich rät Schwicker, einen Gebrauchten lieber beim Händler als aus privater Hand zu erstehen - auch wenn das meist etwas mehr kostet. Das Risiko, an eine Autogurke zu geraten, sei dort geringer: "Denn ein Händler haftet mindestens ein Jahr lang für Mängel am Fahrzeug."