Magdeburg | Stimmt es eigentlich, dass Übergewichtige beim Röntgen oder bei einer Computertomografie (CT) eine höhere Strahlendosis als schlanke Menschen erhalten? Und wenn ja, bedeutet das ein erhöhtes Krebsrisiko?

Es antwortet Medizinphysikerin Dr. Kerstin Jungnickel von der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin Magdeburg:
Beide Fragen sind mit Ja zu beantworten. Um eine gute Röntgenaufnahme zu erhalten, muss auf dem Röntgenfilm oder dem digitaler Detektor eine bestimmte Dosis der Röntgenstrahlung ankommen. Je dicker der Patient ist, desto mehr werden die Röntgenstrahlen im Patienten absorbiert und immer weniger Röntgenstrahlen dringen bis zum Detektor vor. Dadurch wird die Bildqualität schlechter und die Diagnose unsicherer.

Im Bereich des Kopfes und der Extremitäten fällt dies nicht ins Gewicht. Aber bei Bauch- und Beckenaufnahmen kann eine zusätzliche Fettschicht von 3,5 Zentimetern schon eine Verdopplung der Dosis bedeuten. Mit einer Verdopplung der Dosis würde entsprechend eine Verdopplung des Krebsrisikos einhergehen. Dabei muss man jedoch bedenken, dass die Strahlendosis, die ein Patient bei einer Röntgenaufnahme des Beckens erhält, nur etwa ein Drittel der uns umgebenden natürlichen Strahlenexposition innerhalb eines Jahres beträgt.