Berlin (dpa) l Gartenhäuschen gibt es als Fertigbausätze in allen Formen und Größen im Baumarkt - das ist auch die einfachste und schnellste Variante. "Wer keine Erfahrung mit Holz und Konstruktion hat, sollte auf einen Fertigbausatz zurückgreifen", rät Josef Plößl vom Gesamtverband Deutscher Holzhandel in Berlin. "Auch wenn es nur eine kleine Hütte ist, muss die Statik stimmen."

Heimwerker sollten sich vor dem Kauf überlegen, welche Anforderungen sie an ihr Häuschen haben. "Will ich einen Geräteschuppen oder ein kleines Wochenendhäuschen?", fragt Plößl. "Wie viel Geld möchte ich ausgeben?" Eine einfache Holzhütte gibt es schon für ein paar hundert Euro. Bei luxuriöseren Hütten können auch 10.000 Euro ausgegeben werden.

Bei der Standortauswahl müssen Heimwerker beachten, dass die Hütte vor anhaltender Feuchtigkeit geschützt werden muss. Ein Platz in der Sonne ist besser als ein schattiges Örtchen mit großem Baumbestand. Wichtig ist, das örtliche Bauamt nicht zu vergessen: "Dort erfahren Heimwerker, ob sie eine Genehmigung für ihr Häuschen brauchen", erklärt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin.

Es gibt keine bundeseinheitliche Regelung. Je nach Bundesland gelten unterschiedliche Bedingungen, ab wann aus einer einfachen Blockhütte ein genehmigungspflichtiges Gebäude wird.

Beim Bauamt erkundigen, ob Genehmigung notwendig ist

In Sachsen-Anhalt sind eingeschossige Gebäude mit einer Grundfläche bis zu 10 Quadratmeter nicht genehmigungspflichtig. Es kann jedoch Vorgaben geben, etwa den Nachbarn vorher zu fragen oder dass ein bestimmter Abstand zur Grundstücksgrenze eingehalten werden muss. Die Beratung im Bauamt ist kostenlos und verbindlich.

Der erste Bauschritt ist das Fundament. In der Regel ist ein entsprechender Plan bereits in der Bauanleitung des Fertigbausatzes enthalten. Abhängig von der Boden- und Geländebeschaffenheit sowie der Grundfläche des Gartenhauses kann die Gründung mit einer Betonplatte, einem Streifenfundament oder auf Gehwegplatten erfolgen. Wichtig ist, dass die unterste Holzschwelle oder die Pfosten sich nicht im Erdreich befinden und gegen aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden abgesichert sind. Ein Streifen Teerpappe als Sperrschicht kann abdichten.

Um sicherzustellen, dass der Boden des Häuschens dauerhaft trocken bleibt, sollte Rasen vorher entfernt und das Erdreich mit einer Kunststofffolie abgedeckt werden.

Blockbohlen lassen sich wie Legosteine zusammenstecken

Für die Konstruktion, also die Blockbohlen oder die Pfosten des Häuschens, eignet sich Fichte als preiswertes Holz. Bei der Außenbekleidung gibt es eine Palette an möglichen Holzarten - von Lärche über Kiefer bis hin zu Douglasie. Bei den meisten Fertigbausätzen handelt es sich um Blockbohlenhäuser. "Das ist wie beim Lego", erläutert Plößl. "Die einzelnen Holzbretter werden einfach ineinandergesteckt."

Hier sollten Heimwerker sich noch einmal über den Zweck der Hütte bewusstwerden. "Mit 18 Millimeter starken Nut- und Federbrettern kann ich einen Geräteschuppen bauen", sagt der Fachmann. Dient das Häuschen als Rückzugsort für Familie, sollten dickere Wandstärken ab 40 Millimeter verwendet werden.

Ein Problem bei Holzhäusern sind Setzungserscheinungen. Durch Temperaturschwankungen und das Eindringen von Feuchtigkeit schwindet das Material oder es quillt auf. Damit Tür und Fenster nicht irgendwann klemmen, sollten bei den übereinandergeschichteten Blockbohlen oben einige Zentimeter Luft gelassen werden.