Fragen und Antworten zum Thema Zecken

1. Sind die Zecken nur in Süddeutschland ein Problem?


"Wo es zwischen Flensburg und Konstanz geeignete Wirte gibt, sind auch mit Lyme-Borreliose infizierte Zecken unterwegs", sagt Parasitologin Dania Richter von der Technischen Universität Braunschweig. Im bundesweiten Durchschnitt seien 25 bis 30 Prozent der Zecken mit Erregern der Lyme-Borreliose infiziert, FSME liege dagegen nur im Prozent- oder gar Promillebereich. "In Deutschland besteht ein Risiko für eine FSME-Infektion weiterhin vor allem in Baden-Württemberg und Bayern, in Südhessen und im südöstlichen Thüringen", heißt es beim Berliner Robert-Koch-Institut.

2. Wie kann man sich vor Zecken schützen?


Die Experten raten, Gebiete mit Unterholz oder hohem Gras zu meiden. Wichtig ist es, Kleidung und Haut nach einem Aufenthalt im Grünen abzusuchen. Spaziergänger können sich die Hosenbeine in die Socken stecken und Abwehrmittel verwenden. Für die Behandlung der FSME gibt es keine Medikamente. Daher raten Ärzte zur Schutzimpfung. Gegen Borreliose gibt es keine vorbeugende Impfung. Nicht-infizierte Zecken sind lästig, aber harmlos.

3. Wie entferne ich Zecken richtig?


Hilfreich ist eine spezielle Zeckenzange oder sogenannte Zeckenkarte. Die Parasiten dürfen nicht gequetscht werden, sonst gelangen die Viren und Bakterien in den Körper des Wirts. Anschließend sollte der Stich desinfiziert werden.

4. Welche Rolle spielen Wiederkäuer?


"Bei der Beweidung durch Wiederkäuer kann das Risiko, einer infizierten Zecke zu begegnen, um mehr als das Fünfzigfache sinken", sagt Richter.
Nutztiere wie Rinder, Schafe oder Ziegen, aber auch Wild, etwa Rehe und Hirsche, würden die Borrelien nicht aufnehmen. "Infizierte Tiere werden beim Saugen sogar von diesen Erregern befreit", betont Matuschka. (dpa)