Peter Riebeseel, Dr. Walter Strauß und Rolf Möhrke vom Landesverband der Gartenfreunde Sachsen-Anhalt berieten zahlreiche Leser zu wichtigen Gartenarbeiten im Herbst. Kerstin Singer notierte Fragen und Antworten.

Mein Kiwi-Baum trägt nach sechs Jahren zum ersten Mal. Wann kann ich die Früchte ernten?
Warten Sie noch die Herbstsonne ab, bis die Früchte richtig gut ausgereift sind. Bei einem Kiwi-Baum kann es passieren, dass er so spät erst trägt. Allerdings wachsen sie in unserer Region gut.

Ich möchte meine Koniferen-Hecke jetzt um 30 Zentimeter runterschneiden. Geht das?
Ja, das können Sie jetzt tun. Das sieht zwar dann etwas kahl aus, aber das Gehölz wächst im Frühjahr wieder nach. Bei einer Hecke, die beispielsweise auf 1,50 Meter gekürzt werden soll, sollten Sie die stärkeren Äste auf 1,40 Meter kürzen, die dünneren auf 1,50 Meter. Es empfiehlt sich auch, schräg nach unten zu schneiden. Etwa im Winkel von 30 Grad, nach oben schmaler. Dann fällt mehr Licht in die Hecke.

Ich möchte auf meiner Freifläche einen Gründünger säen. Bin ich dafür zu spät dran?
Nein, wenn Sie schnell wachsende Sorten zum Beispiel Seradella oder Roggen nehmen, dann nicht. Lupinen und Phacelia hätten früher ausgesät werden müssen. Diese lassen Sie über den Winter am besten auf dem Boden liegen, graben sie nach dem Frost leicht unter, dort zersetzen sie sich dann. Dann ist der Boden über den Winter geschützt.

Bei meinem Sauerkirschbaum sterben die Äste ab, das Holz wird trocken. Was kann ich tun?
Der Pilz heißt Monilia und dringt über die Blüten bis tief ins Holz vor, dort verklebt er die Leitungsbahnen. Dadurch kann der gesamte Baum absterben. Das kann auch bei Mandel- oder Forsythia-Büschen auftreten. Sie sollten die Äste bis ins gesunde Holz zurückschneiden, etwa um 20 Zentimeter und dann vernichten. Wollen Sie der Monilia vorbeugen, sollten Sie im Frühjahr mit einem geeigneten Spritzmittel den Baum behandeln.

Ist es jetzt noch sinnvoll, den Rasen zu düngen?
Ja, aber Sie müssen einen Herbst-Rasendünger mit hohem Kaliumgehalt nehmen. Das stärkt das Gewebe des Grases und schützt gegen Frost. Allerdings sollte sparsam gedüngt werden und erst nach dem letzten Schnitt. Der richtige Zeitpunkt für das letzte Mähen vor dem Winter ist, wenn die ersten Nachtfröste angekündigt sind. Dann sollte auch nicht tiefer als 5,5 Zentimeter geschnitten werden.

Die Schalen meiner Walnüsse haben schwarze Flecken, die Nüsse werden nicht richtig reif. Was kann ich da tun?
Das ist der Bakterienbrand, der in diesem Jahr stark ausgeprägt ist. Es hängt oft von der Witterung ab, wie stark sich der Pilz ausbreitet. Sie müssen Laub, Blätter und Schalen sorgfältig entfernen. Dann haben Sie eine Chance, dass es im nächsten Jahr nicht wieder auftritt.

Obwohl ich zur Blütezeit meine Weintrauben gespritzt habe, habe ich jetzt Maden in den Trauben. Wo kommen diese her?
Jetzt hilft nur noch, die befallenen Trauben herauszupflücken und zu vernichten. Auch das prophylaktische Spritzen hilft oft wenig, weil Trauben oft erst während der Reife von Schädlingen befallen werden. Dann helfen höchstens Insektenschutznetze, wenn diese früh genug gespannt werden.

Was kann ich tun, um in meinem Garten im Winter für Tiere Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen?
Sie sollten den Garten nicht besenrein machen. Auch kann man im Garten einen Totholzhaufen anlegen, weil sich dort auch Insekten wohlfühlen. Igel suchen dort auch gerne Unterschlupf. Außerdem können Sie Nistkästen oder Insektenhotels aufhängen. Wenn Sie auf Chemie verzichten und nicht alles häufig abmähen, sondern auch mal in Ecken etwas Wiese stehen lassen, tun Sie das ganze Jahr über etwas für die Tierwelt. Zu einem naturnahen Garten gehört auch ein Kompost, wo die Gartenabfälle landen. Im Frühjahr ist das dann ein sehr guter Dünger. Sogenannte Schnellkomposter funktionieren nur richtig, wenn Sie die Gartenabfälle kleinschneiden und regelmäßig mit Beschleuniger impfen. Es reicht ein einfacher Latten-Kompost, der gut belüftet ist.

Soll ich mir Obstbäume in Säulenform kaufen?
Ja, aber da ist der Aufwand groß. Weil sie häufig beschnitten werden müssen, um die Form zu erhalten. Nur Äpfel wachsen als Säule weiter. Sie haben den Vorteil, dass man im Abstand von 80 Zentimetern mehrere Bäume auf kleinem Raum pflanzen kann.

Was hilft gegen Unkraut?
Wächst die falsche Pflanze zur falschen Zeit am falschen Ort, spricht man von Wildkraut, Beikraut, Wildpflanze und Unkraut. Da hilft neben gleichmäßigem Hacken auch Mulchen. Dafür eignet sich angewelkter Rasenschnitt und Rindenmulch. Es hilft auch das Streuen von Kalkstickstoff, wenn das unter Berücksichtigung der Anwendungshinweise geschieht.

Kann ich an die Stelle, wo vorher ein alter Kirschbaum stand, einen neuen pflanzen?
Das ist nicht zu empfehlen. Sie sollten einen anderen geeigneten Standort im Garten wählen. Zum einen sind die Mikronährstoffe, die ein neuer Baum braucht, schon verbraucht. Zum anderen können die Wurzelausscheidungen des alten Baumes das Wachstum behindern. Allerdings gibt es im Handel ein Streumittel, das das Wurzelwachstum fördert. Unter Umständen kann an gleicher Stelle ein neuer Baum gepflanzt werden, wenn es nicht anders geht.

Meine Buchsbaumhecke ist an manchen Stellen völlig vertrocknet. Gibt es ein Mittel dagegen?
Nein, gibt es nicht. Der Buchsbaumkrebs ist ein Pilz, gegen den nur radikaler Rückschnitt hilft. Nur dann können Sie verhindern, dass er die gesamte Hecke befällt und alle Teile absterben.

Meine Apfelsorte schmeckt mir nicht, kann ich den Baum umveredeln?
Ja, das geht. Sie müssen dabei nur Folgendes beachten: Der Baum, der umveredelt wird, sollte noch gesund sein. Dann müssen die zu propfenden neuen Sorten, es können sogar mehrere sein, zwischen dem 15. Dezember und 15. Januar geschnitten werden. Dafür eignen sich Reiser, also Wasserschosser. Graben Sie diese Reiser, nach Sorten gekennzeichnet, an schattiger Stelle 20 Zentimeter tief bei frostfreiem Wetter im Garten ein. Wenn die Süßkirschen blühen, können Sie das Propfen hinter der Rinde durchführen. Lassen Sie sich dazu von einem Fachberater im Kleingärtnerverein beraten. Eigentlich kann diese Methode jeder Gartenbesitzer erfolgreich durchführen.

Wie kann ich meine Gladiolenknollen über den Winter bringen?
Es ist ratsam, Gladiolen nach 150 Tagen aus dem Boden zu nehmen. Wenn Sie zu lange warten, können diese faulen. Schneiden Sie das Laub möglichst kurz ab, weil es sonst der Knolle Nährstoffe entzieht. Zum Abtrocknen frostfrei und luftig lagern, nach etwa 14 Tagen wird die alte Knolle entfernt. Dann sollten die Gladiolen trocken und frostfrei bis zum Frühjahr gelagert werden.

Wir sind eine Familie mit kleinen Kindern und möchten einen Garten haben. Gibt es freie Plätze?
Ja, viele Kleingärtnervereine haben freie Parzellen. Suchen Sie sich einen in Ihrer Nähe liegenden Kleingärtnerverein und machen Sie einen Spaziergang dadurch. Gefällt Ihnen ein Garten, fragen Sie beim Vorstand an.