Magdeburg l 30, 60 oder 90 Watt waren früher die entscheidenden Fragen beim Glühbirnenkauf. Doch seitdem die Stromfresser vom Markt genommen wurden, ist es für Verbraucher deutlich schwieriger geworden, die richtige Lampe auszusuchen. Jede Variante hat nach wie vor ihre Stärke, das richtige Modell hängt häufig vom Einsatzort ab. Die Nachttischlampe soll nicht zu wach machen, über dem Schreibtisch braucht man Tageslichtstärke, um nicht einzuschlafen. Beim Einkauf sollte man vor allem auf folgende Kriterien achten:

Lichtausbeute: Die Helligkeit einer Birne wird jetzt nicht mehr in Watt angegeben, sondern in Lumen pro Watt (lm/W). Damit wird beschrieben, wie viel Licht aus einem Watt Strom herausgeholt wird. Je mehr das ist, umso höher ist die Energieeffizienz der Lampe. Als Faustregel gilt: Die alte Watt-Zahl der Glühbirne geteilt durch 4 oder 5 ergibt die benötigte Lumenzahl (siehe Tabelle).

Lichtfarbe: Licht kann unterschiedlich warm oder kalt wirken. Im Wohnzimmer wird beispielsweise warmes Licht bevorzugt, um Gemütlichkeit zu erzeugen. Das Spektrum reicht von Warmweiß (unter 3300 Kelvin), über Neutralweiß (3300-5300 Kelvin) bis hin zu Tageslichtweiß (mehr als 5300 Kelvin). Glühbirnen hatten etwa eine Lichtfarbe von rund 2300 Kelvin.

Farbwiedergabe: Ob das Steak auf der Arbeitsplatte braun-grau oder blutrot aussieht, hängt auch von der Farbwiedergabe der Glühlampe ab. Diese wird mit dem Index Ra angegeben. Glühbirnen hatten einen Ra-Wert von bis zu 100 und hatten damit eine gute Farbwiedergabe. Energiesparlampen erreichen oft nur 85 Ra. Neue LED sind da besser, hat die Stiftung Warentest herausgefunden.

Energiesparlampen: Ihre Fachbezeichnung ist Kompaktleuchtstofflampen. Sie enthalten eine gasgefüllte Röhre und gelten als besonders energieeffizient (Klasse A), weil sie 60 bis 85 Prozent weniger Strom verbrauchen als die alten Glühbirnen. Ihre Lebensdauer liegt bei 6000 bis 15000 Brennstunden. Diese Energiesparlampen enthalten geringe Mengen Quecksilber und gehören deshalb nicht in die schwarze Tonne, sondern zum Wertstoffhof. Zerbricht die Leuchtstoffröhre, sollten die Scherben schnell mit einem feuchten Tuch zusammengewischt und in eine Plastiktüte gesteckt werden, die fest verschlossen wird. Anschließend sollte der Raum gut gelüftet werden.

LED: Die kleinen Strahler haben aufgeholt. Inzwischen gibt es LED (Light Emitting Diode) in unterschiedlichsten Formen, auch als klassische Glasbirne. Ihre Brenndauer liegt sogar bei bis zu 15000 Stunden, so dass sich die hohen Anschaffungskosten trotzdem rechnen. Denn sie spart gegenüber einer herkömmlichen Glühbirne 80 Prozent an Strom. Von der Lichtstärke her können LED alte Glühlampen bis zu 75 Watt ersetzen. Ihre Farbwiedergabe ist außerdem deutlich besser als bei Kompaktleuchtstofflampen. Als Faustregel für die Umrechnung von der Wattzahl alter Glühbirnen zu LED gilt: Watt der Glühlampe mal zehn gleich erforderlicher Lumenwert der LED.

Halogen: Ein Drittel weniger Strom als alte Glühbirnen verbrauchen moderne Halogenlampen. Unter allen Energiesparlampen erzeugen sie das Licht, das der alten Glühbirne am nächsten kommt. Im Vergleich spart sie 20 Prozent an Strom. Das ist deutlich weniger als bei LED oder Kompaktleuchtstofflampen. Sie kostet zwar in der Anschaffung weniger, hat aber auch nur eine Brenndauer von etwa 2000 Stunden, das entspricht etwa zwei Jahren. Die Energieeffizienzklasse liegt bei C bis E, deshalb gelten ab 2016 verschärfte Kriterien der Europäischen Union. Ihre Stärke zeigt die Halogenlampe beispielsweise als Spot über der Küchenarbeitsplatte oder dem Esstisch, weil sie im Vergleich zu LED eine bessere Farbwiedergabe hat. Nach einer Untersuchung von Stiftung Warentest erreichen sie den höchstmöglichen Wert von 100 Ra, LED hingegen nur maximal 82.

Halogenspots haben gegenüber LED noch den Vorteil, dass sie auch gedimmt ein gemütliches Licht erzeugen und preiswerter sind.

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