Die Krankheit
Diabetes mellitus (griech.: "honigsüßer Durchfluss") ist eine chronische Stoffwechselstörung. Der Name bezieht sich auf den zuckerhaltigen Urin, an dessen Süße in der Antike die Krankheit erkannt wurde.
Heute ist Diabetes ein Überbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, die durch zu hohe Blutzuckerwerte gekennzeichnet sind:
Bei Typ-1-Diabetikern zerstört das eigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse.
Typ-2-Diabetiker haben zunächst Insulin, erst nach und nach produziert die Bauchspeicheldrüse immer weniger davon, weil sie durch falsche Ernährung überlastet ist. Die Zellen nehmen weniger auf.

Magdeburg l Diabetes ist von einer Alterskrankheit zu einer Volkskrankheit geworden. In Sachsen-Anhalt sind bereits 10,1 Prozent der Bevölkerung erkrankt, an der Spitze steht im Vergleich der Bundesländer Sachsen mit 10.4 Prozent. Eine stetige Zunahme der Diabetiker zwischen 2008 und 2012 um 4300 Diabetiker in Sachsen-Anhalt belegt der "Diabetes Atlas", der im vergangenen Jahr Deutscher Diabetes-Hilfe und der Barmer GEK veröffentlicht wurde.

Dieser zeigt innerhalb des Bundeslandes jedoch deutliche regionale Unterschiede. Während im Altmarkkreis Salzwedel die Diabeteshäufigkeit bei 8,6 Prozent lag, waren im Burgenlandkreis und im Altkreis Bitterfeld 11,4 Prozent der Bevölkerung betroffen. In Magdeburg sind es 10,1 Prozent. "In den Ballungszentren gibt es in der Regel mehr Menschen mit Diabetes", erklärt Katja Oertel. Ein Erklärungsversuch sei, dass die Menschen sich dort ungesünder ernährten und weniger bewegten als auf dem Land.

Die Zahlen des Diabetiker-Atlas trennen nicht zwischen den einzelnen Formen der Erkrankung. Grundsätzlich geht man davon aus, dass etwa 90 Prozent unter Typ-2-Diabetes leiden und etwa fünf bis zehn Prozent an Typ-1-Diabetes. Hinzu kommt, dass inzwischen jede zweite werdende Mutter an Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) leidet. Als Risikofaktoren gelten Alter, Übergewicht, hoher Konsum von Softgetränken und rohem Fleisch sowie Bewegungsmangel. "Da die Hälfte aller betroffenen Mütter acht bis zehn Jahre später einen manifesten Diabetes Typ 2 entwickelt und ihre Kinder häufig mit zu hohem Gewicht geboren werden, ist es wichtig, vorzubeugen", warnte Dr. Helmut Kleinwechter, Diabetologe aus Kiel, auf der Herbsttagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft.

Für die Advents- und Weihnachtszeit empfiehlt Thomas Nawrath, Pressesprecher der Barmer GEK Sachsen-Anhalt, die Festmahle diabetikerfreundlich zu gestalten, um es Betroffenen leichter zu machen. Statt grundsätzlich auf kulinarische Leckereien zu verzichten, sei es besser kalorien- und fettärmere Alternativen zu finden.

Nimmt man zum Beispiel Sorbet statt Eiscreme oder Schokopudding statt Pralinen und Marzipan. "Dann reduzieren sich die Kohlenhydrate schon erheblich. Und warum nicht an Stelle der traditionellen Butterstollen Vanillekipferl und Mürbeteigplätzchen nehmen, schlägt Thomas Nawrath vor.