Magdeburg (rgm). Beim nächsten Medizinischen Sonntag am 20. Februar steht ein Thema im Mittelpunkt, über das in der Öffentlichkeit meist ungern gesprochen wird: die Harninkontinenz. Doch es kann jeden treffen, ob Frau oder Mann oder sogar Kinder. Ungewollter Abgang von Urin, allgemein auch als "Blasenschwäche" bekannt, ist ein häufiges Problem. Inkontinenz ist jedoch eine Krankheit und kein "Fehlverhalten" und kann in jedem Lebensalter auftreten.

Bei älteren Menschen spricht man häufig von einer Stressinkontinenz, das heißt bei bestimmten Anstrengungen kommt es zu ungewolltem Harnabgang. Auslösende Faktoren können Lachen, Bücken, Heben, Husten oder Niesen sein. Auch junge Frauen können insbesondere nach Schwangerschaften an Blasenschwäche leiden. Frauen in und nach den Wechseljahren kennen dieses Problem ebenfalls. Auch Männer können durch eine verengte Harnröhre oder nach einer Prostata-Operation Probleme mit einem unfreiwilligen Harnabgang bekommen.

Die heutigen Behandlungsverfahren reichen von Medikamenten, Physiotherapie und mechanischen Hilfsmitteln bis hin zu meist minimal-invasiven Operationen. Betroffene sollten bereits bei den ersten Anzeichen von Blasenschwäche den Arzt aufsuchen. In vielen Fällen kann mit Beckenboden- oder Blasentraining viel erreicht werden.

Über aktuelle Untersuchungs- und Therapiemöglichkeiten sowie die unterschiedlichen Inkontinenzformen werden die beiden Referenten, Dr. Uwe-Bernd Liehr, kommissarischer Direktor der Urologischen Universitätsklinik Magdeburg, und Dr. Britta Hosang, leitende Oberärztin der Uni-Frauenklinik, in ihren Vorträgen informieren.

Der 87. Medizinische Sonntag – eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von Urania, Volksstimme und Magdeburger Universitätsklinikum – beginnt am 20. Februar um 10.30 Uhr im Uni-Hörsaal 1, Gebäude 26 (Nähe Uni-Bibliothek) in der Pfälzer Straße in Magdeburg.

Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.