Was kann ich machen, damit ein Überbein am Handgelenk verschwindet? Handelt es sich dabei um einen Tumor? Muss das Überbein immer operativ entfernt werden?

Es antwortet Dr. Silke Altmann, kommissarische Leiterin der Magdeburger Universitätsklinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie:

Ein Überbein (medizinisch meist als Ganglion bezeichnet) ist eine sogenannte prallelastische Zyste, die meist in Verbindung mit einem Gelenk oder einer Sehnenscheide steht. Ihr Inhalt ist dickflüssig bis gallertartig. Es handelt sich hierbei nicht um einen echten Tumor. Die Größe ist sehr variabel.

Als Ursachen werden Veränderungen im Gelenkkapselgewebe durch Überlastungen, chronische Reizzustände oder eine eigenständige Neubildung diskutiert.

Rund die Hälfte aller tumorartigen Schwellungen an der Hand sind Ganglien. Am Häufigsten treten sie im Bereich des Handgelenkes streckseitig auf, aber auch auf der Beugeseite des Handgelenkes oder den Fingern.

Ganglien können auf Grund ihrer Größe und Lokalisation unterschiedliche Beschwerden verursachen. Typisch ist ein dumpfer, eventuell belastungsabhängiger Schmerz. Bei Druck auf Nerven können auch Gefühlsstörungen oder sogar Schwächegefühl resultieren.

Wenn es durch das Ganglion zu starken Schmerzen oder sogar Nervenirritationen kommt, ist eine operative Entfernung angebracht. Nach einer Operation kann es jedoch in bis zu zehn bis 20 Prozent der Fälle zu einem erneuten Auftreten der Geschwulst kommen. Zunächst sollte deshalb eine spontane Rückbildung abgewartet werden.

Auf Maßnahmen wie das Zerdrücken oder Veröden sollte verzichtet werden, weil dann das Ganglion oftmals sehr schnell wiederkehrt.

Zur Stellung einer sicheren Diagnose und zur weiteren Therapieempfehlung sollten Patienten einen Handchirurgen aufsuchen, da hinter jeder Schwellung sich auch einmal ein echter Tumor verbergen kann.