Das Hochbett im Kinderzimmer ist viel mehr als nur eine Schlafgelegenheit. Unter Hochbetten stehen häufig Regal, Schreibtisch oder Sitzbank. Und viele Betten sind mit Anbauten wie Rutsche, Kletterturm oder Zelt kombiniert. Durch die Umwandlung des Betts zur Arbeits- oder Spiellandschaft steigt die Beanspruchung. Was Eltern bei Auswahl oder Kauf eines Hochbetts beachten sollten, erklären die Produktprüfungsexperten von TÜV SÜD.

München ( rgm ). Ein Hochbett sollte auf jeden Fall den einschlägigen Normen EN 747-1 : 2007 ( Anforderungen an die Sicherheit, Festigkeit und Dauerhaltbarkeit von Etagenbetten und Hochbetten für den Wohnbereich ) und EN 747-2 : 2007 ( Prüfverfahren für Etagenbetten und Hochbetten für den Wohnbereich ) entsprechen. Der Hinweis auf diese Normen muss in der Gebrauchsanweisung und am Bett angebracht sein. Zusätzliche freiwillige Prüfzeichen wie das GS-Zeichen weisen darauf hin, dass ein Bett durch ein unabhängiges Prüfunternehmen kontrolliert wurde. Keinen großen Aussagewert hinsichtlich der Auswahl eines Bettes hat dagegen die CE-Kennzeichnung, die für diese Produktgruppe verpflichtend vorgeschrieben und damit auf allen Betten zu finden ist.

Grundsätzlich gilt, dass Hochbetten aufgrund ihrer Höhe und ihrer Konzeption als Spielgerät unfallträchtiger sind als normale Betten, betonen die Experten. Die Gefahr von Stürzen und Verletzungen ist vergleichsweise groß. Deshalb sind solche Betten erst für Kinder ab etwa sechs Jahren zu empfehlen.

Was wird geprüft ?

Bei der Prüfung von Hochbetten nach DIN EN 747-1 und 747-2 stehen die folgenden Aspekte im Mittelpunkt, auf die auch Eltern beim Kauf achten können :

Das Bett muss stand- und kippsicher sein. Dafür sollten sich die Einzelelemente stabil miteinander verbinden lassen. Alle Oberflächen, Kanten und Schrauben sollten glatt und abgerundet sein.

Ein Hochbett sollte möglichst aus Holz ( Massivholz oder gut verleimtes Massivholz ) oder Metall sein. Spanplatten und Kunststoff sind als Material weniger geeignet.

Der Lattenrost sollte fixiert sein. Beim Spielen auf dem oberen Bett entstehen bei einem lose aufliegenden Lattenrost möglicherweise Lücken zwischen Bettrahmen und Rost, in denen sich ein Kind erheblich verletzen kann. Zudem sollten die Abstände zwischen den Bettbodenelementen ( Latten oder Federn ) nicht größer als 75 Millimeter sein.

Die Leiter muss fest mit dem Bett verbunden sein und sollte möglichst einen Handlauf aufweisen. Der Abstand der Tritte sollte zwischen 20 und 30 Zentimeter betragen. Die Stufen oder Sprossen sollten mindestens 30 Zentimeter breit sein und möglichst mit Rutschhemmern ausgestattet sein, die nutzbare Stufentiefe sollte mindestens neun Zentimeter betragen. Dabei steht die " nutzbare Stufentiefe " für den Raum, der für einen aufgesetzten Fuß zur Verfügung steht. Die eigentliche Stufen- oder Sprossentiefe kann deutlich geringer sein. Der Abstand zwischen dem Fußboden und Oberseite des ersten Auftritts sollte höchstens 400 Millimeter betragen.

Bei einer Hochbettkonstruktion muss das obere Bett mit einer zusätzlichen umlaufenden Absturzsicherung in Form eines Brettes, Gitters oder Geländers ausgestattet sein. Die DIN-Norm besagt, dass die Absturzsicherung mindestens 16 Zentimeter über die Oberkante der Matratze hinausreichen muss. Am Bettrahmen muss eine Markierung angebracht sein, über welche die Matratze nicht hinausragen darf. Das ist vor allem bei der Anschaffung von neuen Matratzen sinnvoll, die nicht höher als diese Markierung sein dürfen. Die Öffnung für den Zugang zum oberen Bett muss zwischen 30 und 40 Zentimeter breit sein, um den komfortablen Durchgang zu ermöglichen und gleichzeitig ein unbeabsichtigtes Herausfallen zu verhindern.

Das Bett darf keine scharfen, spitzen Kanten aufweisen, Bohrlöcher sollten mit Abdeckkappen versehen sein und bei Metallbetten müssen alle Rohrenden verschlossen sein.

Der Boden vor dem Bett sollte möglichst weich sein, um mögliche Stürze zu dämpfen. Zudem sollten ein Nachtlicht installiert werden, um das " Absturzrisiko " beim nächtlichen Aufstehen zu minimieren.

Auch günstige Hochbetten vom Discounter können laut TÜV-Süd eine gute Wahl sein – wenn die genannten Sicherheitsanforderungen erfüllt sind. Hier bietet ein Prüfsiegel von einem unabhängigen Prüfunternehmen – beispielsweise das GS-Zeichen für " Geprüfte Sicherheit " – eine gute Orientierungshilfe. Neben einer Überprüfung der Anforderungen bezüglich der Maße und der Gestaltung / Konstruktion werden bei einer GS-Prüfung auch statische und dynamische Festigkeitsprüfungen vorgenommen. Zudem werden die Betten auf Schadstoffe untersucht.