Hamburg ( ddp ). Angesichts zahlreicher bedrohter Fischbestände rät die Umweltschutzorganisation Greenpeace vom Kauf bestimmter Speisefische ab. Als gute Wahl gelten noch ohne Bedenken Karpfen, Pangasius und Forelle, wie Greenpeace-Meeresexpertin

Iris Menn in Hamburg bei der Vorstellung des neuen Einkaufs-Ratgebers " Fisch – bedroht, aber beliebt " sagte. Auf Seelachs, Rotbarsch, Scholle oder Seeteufel sollte verzichtet werden.

Genauer hinschauen sollten umweltbewusste Verbraucher bei Kabeljau, Heilbutt oder Dorade. Bei diesen Fischen hängt es laut Menn von Fanggebiet und Fangmethode ab, ob ihr Kauf noch vertretbar ist. Die beliebten Fischstäbchen seien dann akzeptabel, wenn sie aus Pangasius bestehen. Der Markt reagiere bereits mit ersten Produkten darauf, sagte Menn. Zu viele enthalten jedoch unverändert den stark bedrohten Alaska-Seelachs.

" Die Lage der Fischbestände ist weltweit nach wie vor dramatisch ", sagte die Meeresexpertin. Die Verbraucher könnten mit ihrem Kauf dem Handel zeigen, dass sie ein umweltfreundliches Angebot im Laden wollten. Jeder Deutsche isst Greenpeace zufolge durchschnittlich 15, 6 Kilogramm Fisch pro Jahr.

Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO werden von den weltweit kommerziell genutzten Fischbeständen 52 Prozent bis an ihre Grenze genutzt, 19 Prozent sind überfischt und acht Prozent bereits erschöpft.