Jetzt werden wieder viele ihren Rucksack schnüren, denn im Herbst ist Wandersaison. Gut ausgerüstet mit atmungsaktiven Funktionsjacken und Wanderstiefeln geht es geschützt vor Wind und Wetter in die Alpen oder in eines der deutschen Mittelgebirge. Damit die Outdoor-Bekleidung und Ausrüstung wie Rucksack oder Schlafsack möglichst lange ihre Eigenschaften behalten, ist die richtige Pflege wichtig.

München ( ddp ). Bevor man zur ersten Wanderung aufbricht, sollten die Schuhe – auch wenn sie neu sind – gut imprägniert werden, rät Andrea Händel vom Deutschen Alpenverein ( DAV ) in München. Bei Schuhen aus Leder empfiehlt sie dafür ein Wachs, bei atmungsaktiven beziehungsweise wasserabweisenden Materialien greift man zu einem Imprägnierspray. So werden die Wanderstiefel vor Schmutz und Nässe geschützt. " Das sollte dann nach längeren Touren regelmäßig wiederholt werden ", sagt Händel. Als Faustregel gelten drei bis vier ausgedehnte Wanderungen.

Vor der Imprägnierung wird Schmutz abgebürstet oder mit einem feuchten Tuch abgerieben. Die Expertin warnt davor, nasse Schuhe in der Sonne oder vor einer Heizung trocknen zu lassen : " Dadurch werden die Materialien spröde und rissig. " Besser sei es, die Schuhe langsam zu trocknen und zusätzlich etwas Papier hineinzustopfen.

Bevor man seine Wanderstiefel für den Winter einmottet, sollte man ihnen ebenfalls noch eine Portion dieser Pflege gönnen und sie dann keinesfalls in einer luftdichten Plastiktüte verstauen. Da noch etwas Restfeuchte vorhanden sein kann, besteht die Gefahr der Schimmelbildung.

Auch im Umgang mit Funktionsjacken drohen Pflegefehler. " Für diese Jacken darf keinesfalls ein Weichspüler verwendet werden ", sagt Händel. Die darin enthaltenen Silikone verstopfen die Poren des Materials, das dadurch seine Atmungsaktivität verliert. Auch bei herkömmlichen Waschmitteln besteht diese Gefahr. Das große Problem dabei : Der Schaden lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Deshalb sei ein spezielles Waschmittel für Funktionsjacken ratsam, das in Sport- und Outdoorläden erhältlich ist. Allerdings sollte man auch damit nicht zu häufig waschen, es genügen in der Regel ein bis zwei Waschgänge pro Saison. Danach empfiehlt sich eine Imprägnierung.

Doch die Atmungsaktivität kann auch auf andere Weise beeinträchtigt werden, und zwar bei längeren Aufenthalten am Meer : " Dann können sich Salzkristalle über den Poren des Materials sammeln und diese verschließen ", erklärt Händel. Das sei aber nicht weiter dramatisch. Es genüge, die Jacke in solchen Fällen durch klares Wasser zu ziehen. Wer bei sehr niedrigen Temperaturen unterwegs ist, trägt oft eine Daunenjacke. Sie kann ganz normal gewaschen werden, sollte danach aber unbedingt in den Trockner, am besten zusammen mit einigen Tennisbällen : " Beim Waschen klumpen sich die Daunen häufig zusammen. Die Tennisbälle lockern sie wieder auf. "

Der gesamten Ausrüstung sollte man vor allem am Ende der Saison etwas Aufmerksamkeit widmen. Schmutzige Rucksäcke, so Händel, werden abgebürstet und mit einem feuchten Tuch abgerieben. Sie gehören auf keinen Fall in die Waschmaschine : " Die innere Beschichtung löst sich durch das Waschen auf und auch die Imprägnierung geht komplett verloren. " Hat der Rucksack sehr viel Schmutz abbekommen, kann er auch mal mit dem Duschkopf abgebraust werden. Danach sollte er aber imprägniert werden. Bei längeren Touren ist oft auch ein Schlafsack dabei. Dessen Pflege ist recht unkompliziert, er kann im allgemeinen ganz normal gewaschen werden. Einen Tipp hat Wanderexpertin Händel trotzdem parat : " Schlafsäcke sollten über längere Zeit nicht in ihrem Packsack aufbewahrt werden. " Die starke Kompression wirke sich sehr nachteilig auf Fasern und Daunen aus.