An heißen Tagen sorgt das Schwimmen für Abkühlung und Spaß. Wer längere Strecken schwimmt und den Kopf dabei häufig unter Wasser taucht, sollte seine Augen mit einer Schwimmbrille schützen. Das Sportutensil sorgt darüber hinaus für einen besseren Durchblick im Wasser.

Kassel ( ddp ). " Der Schutz für die Augen ist wichtig ", betont Wolfgang Lehmann, Referent für Freizeit- und Breitensport beim Deutschen Schwimmverband ( DSV ). Speziell für Stile wie Kraulen oder Delfinschwimmen ist eine Brille ratsam, weil die Augenpartie dabei ständig mit Wasser überspült wird.

Im Handel sind verschiedene Modelle erhältlich. Profi s nutzen meist schmucklose " Schwedenbrillen ", die lediglich aus zwei Kunststoffschalen, einem dünnen Faden über dem Nasensteg und einem Halteband aus Gummi oder Silikon bestehen. Diese Brillen sind zwar wenig komfortabel, bieten aber aufgrund ihrer geringen Größe den niedrigsten Widerstand beim Schwimmen.

Andere Brillen haben größere " goggles ", wie die Plastikschalen auch genannt werden, und dicke Gummipartien an den Rändern. Für Kinder und Anfänger seien diese Modelle eher geeignet, weil sie angenehmer zu tragen seien, sagt Abel. Bei Sprüngen vom Startblock könnten sie aber schnell vom Gesicht rutschen. Außerdem entstünden bei Bewegungen der Gesichtsmuskeln öfter undichte Stellen.

Entscheidend ist die Passform. " Es gibt nichts Störenderes, als wenn dauernd Wasser reinläuft ", sagt Lehmann. Die Brille sollte deshalb fest sitzen, ohne unangenehmen Druck zu erzeugen. Eine leichte Spannung ist allerdings notwendig, damit die Brille dicht ist, auch wenn sich nach längerer Zeit deutliche Abdrücke um die Augen abzeichneten. " Es ist normal, wenn Sie ein Brillengesicht bekommen ", sagt Lehmann.

Um die richtige Größe zu finden, rät der Sportwissenschaftler zu einem Trick. Beim Kauf kann man die Brille aufs Gesicht setzen, ohne sie mit dem Haltegummi am Kopf zu befestigen. Wenn sie sich einen Moment hält, ohne herunterzufallen, deutet das auf eine gute Passform hin, weil sich ein leichter Unterdruck bilden kann.

Vor dem Tauchen mit Schwimmbrille wird allerdings gewarnt. Da sie nicht wie Taucherbrillen einen Gummischutz über der Nase biete, könne über die Nasenatmung kein Druckausgleich im Inneren der Brille stattfi nden, erläutert Lehmann. In Tiefen über zwei Metern könne dies zu Schäden an den Augen führen, zum Beispiel zu geplatzten Blutgefäßen.

Die Preise für Schwimmbrillen liegen zwischen drei und dreißig Euro. Für bis zu zehn Euro bekomme man schon brauchbare Modelle, sagt Lehmann.

Brillenträger können laut Abel auf Schwimmbrillen mit geschliffenen Gläsern zurückgreifen. Diese sind in Stärkeschritten von 0, 5 Dioptrien erhältlich. Mit einer leicht getönten Brille ist die Sicht unter Wasser dazu meist klarer, da sie für stärkere Kontraste sorgt.

Das größte Ärgernis für Brillenschwimmer bleiben derweil beschlagene Gläser. Abhilfe versprechen " antifog-Brillen ", die mit speziellen Beschichtungen den undurchsichtigen Film verhindern sollen. Diese Brillen sind aber recht teurer und der Spezialbelag kann sich schnell abnutzen.

Lehmann rät deshalb zu einem alten Hausmittel : " Das beste Mittel gegen Beschlagen ist immer noch Speichel. "