Freiburg. Gesunde Obstbäume erfreuen den Menschen jedes Jahr mit Äpfeln, Birnen, Zwetschen und anderen leckeren Früchten. Auch in der kalten Jahreszeit können Gartenbesitzer viel zur nächsten gelungenen Obsternte beitragen. Sehr wichtig ist dafür die richtige Pflege der Baumrinde. Sie muss elastisch und ohne Risse sein, damit im Inneren die Wachstumsprozesse ungestört ablaufen und die optimale Versorgung der Baumkrone gewährleistet wird.

Über die Schönheit weiß gestrichener Baumstämme lässt sich vermutlich streiten, effektiv und nützlich ist diese Maßnahme aber erwiesenermaßen. "Die weiße Farbe reflektiert die Sonnenstrahlen und verhindert so Frostschäden an den Stämmen", erklärt Ute Renner vom Institut für Gartenbau an der Fachhochschule im oberbayerischen Freising-Weihenstephan. Das Weiß bewahrt den Stamm vor Spannungsrissen in der Rinde, die durch extreme Temperaturschwankungen verursacht werden können. Solche Risse sind Eintrittspforten für viele Krankheitserreger. "Bevor der Winter kommt, sollten daher vor allem junge Obstbäume mit einem Stammanstrich versehen werden", sagt Ute Renner.

Nur gut haftende Farbe hält den ganzen Winter

Apfel- und Birnbäume müssen nur in den ersten Jahren geweißelt werden. "Zwetschenund Pflaumenbäume sind aber sehr anfällig für Winterfröste. Bei ihnen ist der weiße Baumanstrich lebenslang notwendig, um einem Befall mit Pseudomonas-Bakterien vorzubeugen", erklärt Ute Renner. Die Bakterien dringen durch Frostrisse in den Baum und bringen ihn dann zum Absterben.

Gute Stammfarbe ist im Fachhandel erhältlich. Auf jeden Fall muss sie weiß sein – und es auch bleiben. Manche Produkte verfärben sich mit der Zeit braun und bewirken dann keinen Frostschutz mehr. "Nur die weiße Farbe reflektiert die Sonnenstrahlen, so dass sich der Stamm nicht so stark erwärmt und keine Frostrisse entstehen können", sagt Renner. Insbesondere für Gärten, die an Wälder und Felder grenzen, emp ehlt sie außerdem, eine Farbe mit Quarzsand-Beimischung zu verwenden. "Das schützt vor Wildverbiss. Quarzsand schreckt zum Beispiel Hasen und Kaninchen ab, die gerne junge Bäume anknabbern", erklärt die Gartenbauingenieurin.

Bei der Auswahl der richtigen Farbe ist auch wichtig, dass sie gut am Stamm haftet. "Das Stammweißeln verursacht einen hohen Arbeitsaufwand. Verwendet man einen gut haftenden Anstrich, reicht das einmalige Streichen im Herbst. Dann hält die Farbe bis zum Frühjahr", rät Ute Renner. Gute Farben hätten eine Konsistenz wie ein Gummiüberzug. Anmischen kann man die Farbe auch selbst. Das größte Problem liegt darin, dass viele Rezepturen mit dem Regen abgewaschen werden.

Um den Baum während der kompletten Winterzeit zu schützen, müssen Gartenbesitzer bei selbst hergestellten Mitteln regelmäßig nachstreichen. Zuvor ist der Baumstamm zu säubern. (ddp)