Auskunft zu plastischenästhetischen Brustoperationen gaben gestern am Volksstimme-Telefon Dr. Silke Altmann, Dr. Olivia Lenz-Scharf und Dr. Simone Preiß von der Magdeburger Universitätsklinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie. Anja Hintze notierte die wichtigsten Fragen und Antworten.

Frage : Ich bin 59 Jahre alt und schäme mich schon mein Leben lang für meinen großen Busen ( Körbchengröße E ), habe Rückenschmerzen und Hautprobleme. Ich würde meine Brüste gern verkleinern lassen. Wie groß ist das Risiko bei einer Operation ?

Antwort : Bei einer Brustreduktion ist das Risiko ähnlich wie bei anderen Operationen, es können Wundheilungsstörungen, Narbenprobleme, Durchblutungsstörungen, Gefühlsstörungen der Brustwarze und Asymetrien der Brüste auftreten. Der operierende Arzt wird Sie genau über Risiken aufklären.

Frage : Meine großen Brüste schränken mich im Alltag und beim Sport erheblich ein. Würde meine Krankenkasse eine Brustverkleinerung bezahlen ? Ich bin gesetzlich krankenversichert.

Antwort : Das hängt vom Einzelfall und von der Krankenkasse ab. Sie haben keinen Rechtsanspruch auf eine Übernahme der Kosten, sollten es aber auf jeden Fall versuchen. Lassen Sie sich vom Gynäkologen und vom Orthopäden Befunde ausstellen und beantragen Sie damit die Kostenübernahme bei Ihrer Krankenkasse. Bei einer Ablehnung sollten Sie Widerspruch einlegen. Wer eine Brustverkleinerung privat bezahlt, muss mit mehreren Tausend Euro rechnen.

Frage : Meine Tochter ist 23 Jahre alt und leidet unter ihrer großen Oberweite. Sie würde sie gern verkleinern lassen. Wie wirkt sich die Operation auf die Stillfähigkeit aus ?

Antwort : Das hängt von der Operationstechnik ab. Bei jungen Frauen wird so operiert, dass die Stillfähigkeit erhalten werden kann. Untersuchungen haben allerdings ergeben, dass bei zehn bis 20 Prozent der operierten Frauen Stillprobleme auftreten können. Ihre Tochter sollte deshalb im Gespräch mit dem Arzt klären, welche Vor- und Nachteile eine Brustoperation vor abgeschlossener Familienplanung haben kann.

Frage : Wie lange dauert eine Brustverkleinerung, wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben und wie lange falle ich danach im Beruf aus ?

Antwort : Eine Brustreduktion dauert zwischen drei und vier Stunden, danach müssten Sie drei bis fünf Tage im Krankenhaus bleiben. Insgesamt sind Sie zirka zwei bis vier Wochen krank geschrieben und sollten sich in den ersten Wochen nach der OP körperlich schonen.

Frage : Was halten Sie von einer Eigenblutspende vor einer Brustverkleinerung ?

Antwort : Wir empfehlen das nicht. Bei einer Brustverkleinerung ist normalerweise keine Gabe von Fremdblut notwendig. Durch die Blutspende vor der Operation würden sich die Blutwerte so verändern, dass es während des Eingriffs zu einer verstärkten Blutung kommt, was wiederum Blutkonserven erforderlich machen würde.

Frage : Mir wurde vor 20 Jahren wegen Krebs eine Brust amputiert. Nun bin ich 69 Jahre alt und habe zunehmend Schmerzen und Spannungen, zumal die verbliebene Brust recht groß ist. Was kann man gegen diese Beschwerden machen ?

Antwort : In Ihrem Fall könnte man entweder die amputierte Brust mit Eigengewebe aus Po, Bauch, Rücken oder Oberschenkel rekonstruieren. Das würde ein fast natürliches Ergebnis bringen. Die zweite Möglichkeit wäre, die verbliebene Brust zu straffen und / oder zu verkleinern und die Narbensituation zu verbessern. Welcher Weg für Sie am besten ist, muss in einem persönlichen Gespräch geklärt werden – lassen Sie sich zum Beispiel in die Brustsprechstunde der Magdeburger Uniklinik überweisen, sie fndet donnerstags von 14 bis 16 Uhr statt, Termine gibt es unter der Telefonnummer ( 0391 ) 6715511. In jedem Fall würde die Krankenkasse den Eingriff bei Ihnen bezahlen.

Frage : Man hört so viel von Pfusch bei Brustoperationen. Wie fnde ich den richtigen Arzt für eine Brustverkleinerung ?

Antwort : Eine Brustreduktion sollte von einem erfahrenen Brust-Chirurgen vorgenommen werden, dazu zählen Fachärzte für plastische und ästhetische Chirurgie und Fachärzte für Gynäkologie.

Frage : Ich bin 36 Jahre alt und habe meine Kinder lange gestillt. Meine Brüste sind seit dem Abstillen schlaff und unansehnlich. Könnte mir eine Brustvergrößerung wieder einen schönen Busen bescheren ?

Antwort : Für Sie kommt eine Brustvergrößerung, eine sogenannte Brust augmentation, durch Silikon-Implantate infrage und möglicherweise auch eine Bruststraffung. Das muss im persönlichen Gespräch mit dem operierenden Arzt geklärt werden. Die Krankenkasse wird die Kosten für eine Brustvergrößerung allerdings nicht übernehmen.

Frage : Ich bin 32 Jahre alt, habe Körbchengröße B und bin mit der Form meiner Brüste nicht zufrieden. Sie werden zunehmend schlaffer und hängen. Auch könnten sie meinetwegen ein bisschen größer sein. Ich würde das gern operieren lassen. Was meinen Sie dazu ?

Antwort : Nur wenige Frauen können sich heutzutage dem Einfuss der Massenmedien und der Werbung entziehen, die das Ideal großer, fester und straffer Brüste an schlanken Körpern vorgeben. Wenn Sie durch Ihren Busen keine ernsthaften Beschwerden haben, sollten sie die natürliche Form Ihrer Brust und auch die Veränderungen mit zunehmendem Alter akzeptieren. Grundsätzlich ist jedoch auch bei Ihnen eine operative Brustvergrößerung möglich.

Frage : Ich bin 20 Jahre alt und leide seit der Pubertät unter der unterschiedlichen Größe meiner Brüste und der Knospenform auf der einen Seite. Welche Möglichkeiten sehen Sie, mir einen schöneren Busen zu verschaffen ?

Antwort : Bei Ihnen handelt es sich um eine Fehlbildung, eine sogenannte tuburöse Brust. Dabei hat sich ein Bindegewebsring gebildet, den man mit einer Operation sprengen kann. Zum Angleichen der Größe kann man eine Prothese einbringen.

Bei großem Leidensdruck kann eine Korrektur auch schon während der Pubertät erfolgen.

Frage : 2008 wurde mir aufgrund von Brustkrebs eine Brust amputiert. Jetzt besteht noch ein leichter Hautüberschuss. Was gibt es für Rekonstruktionsmöglichkeiten ohne Eigengewebe ? Ich möchte keine zusätzlichen Narben haben.

Antwort : Bei Ihnen könnte man die Haut mit einem sogenannten Expander ( auffüllbares Wasserkissen ) vordehnen und anschließend ein bleibendes Implantat einbringen. Allerdings ist das Risiko einer Kapselfbrose ( narbige Bindegewebskapsel um das Implantat ) zu bedenken, das bei einer Behandlung mit Eigengewebe nicht auftritt.

Frage : Als Mann leide ich unter einer weiblich aussehenden Brust. Kann man etwas dagegen tun ?

Antwort : Zunächst sollte eine krankhafte Ursache ( Hormonstörung, Tumor ) ausgeschlossen und gegebenenfalls therapiert werden. Dann kann man die Brust verkleinern durch eine Fettabsaugung, kombiniert mit der Entfernung des Drüsenkörpers. Bei einer ausgeprägten Brustgröße sollte die Haut zusätzlich gestrafft werden.