Jodgehalt pro 100 Gramm

- Lebertran:
840 Mikrogramm

- Schellfisch:
243 Mikrogramm

- Kabeljau:
120 Mikrogramm

- Rind/Schwein:
3 Mikrogramm

- Hühnerei:
10 Mikrogramm

- Roggenbrot:
8,5 Mikrogramm

- Apfel oder Birne:
1,5 Mikrogramm

Schilddrüsenkrankheiten bleiben oft lange unentdeckt, obwohl sie recht häuf g sind. Über die damit verbundenen Risiken und die modernen Behandlungsmethoden informierten sich Leser der Volksstimme in einer Telefonaktion. Uwe Seidenfaden notierte einige Fragen und Antworten der Experten.

Frage : Wie kann es zu einer Vergrößerung der Schilddrüse ( Kropf ) kommen ?

Antwort : Die Ursache der als Kropf ( lateinisch : Struma ) bezeichneten Erkrankung liegt meistens in einem ernährungsbedingten Jodmangel. Die Schilddrüse versucht, durch eine Vermehrung und Vergrößerung der Drüsenzellen diesen Mangel auszugleichen. Es entsteht ein Kropf. Unbehandelt kann er die Entstehung von Knoten innerhalb der Drüse begünstigen.

Frage : Durch eine nuklearmedizinische Untersuchung wurde bei mir ein kalter Knoten festgestellt. Wie gefährlich ist das ?

Antwort : Kalte Knoten sind inaktive Bereiche in der Schilddrüse. Sie können Folge eines lange bestehenden Jodmangels sein. Ist der Knoten gutartig und wird nicht als störend empfunden, muss nicht operiert werden. In sehr seltenen Fällen kann hinter einem kalten Knoten auch Krebs stecken, der operiert werden muss. Durch eine Feinnadelpunktion und anschließende mikroskopische Untersuchung der dabei gewonnenen Schilddrüsenzellen lässt sich mehr Sicherheit gewinnen.

Allerdings muss auch bei einem Normalbefund nach Feinnadelpunktion eine weitere Kontrolle ( Ultraschall ) erfolgen.

Frage : Ich leide seit längerer Zeit unter innerer Unruhe, vermehrtem Schwitzen oder Schlafosigkeit. Bei der ärztlichen Untersuchung wurden heiße Knoten in der Schilddrüse festgestellt. Wie gefährlich ist das und was ist jetzt zu tun ?

Antwort : Heiße Knoten sind Bezirke in der Schilddrüse, die ungesteuert vermehrt Hormone produzieren.

Durch die Schilddrüsen-Überfunktion kommt es zu den von Ihnen geschilderten Beschwerden. Eine Operation oder Radiojod-Behandlung sind zu erwägen.

Frage : Ich wurde vor fünf Jahren schon einmal am Kropf operiert. Inzwischen habe ich schon wieder eine starke Vergrößerung der Schilddrüse. Muss erneut operiert werden ?

Antwort : Sie sollten mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob nicht auch eine Behandlung mit Radiojod in Frage kommt. Bei dieser schmerzlosen Methode wird Ihnen während eines Aufenthaltes auf einer speziellen nuklearmedizinischen Station eine Kapsel mit radioaktivem Jod verabreicht. Das Jod gelangt überwiegend in die Schilddrüse. Durch die beim Zerfall des Stoffes ausgesandten Strahlen wird eine Schädigung der Schilddrüsenzellen und damit eine Verkleinerung des Kropfes erreicht. Die Reichweite der wirksamen Strahlen ist so gering, dass die Nachbarorgane nicht beeinträchtigt werden.

Frage : Stimmt es, dass vermehrter Haarausfall mit der Schilddrüse zusammenhängen kann ?

Antwort : Eine Schilddrüsenerkrankung ist eine von mehreren Ursachen und kann sowohl durch eine Überfunktion als auch bei einer Unterfunktion entstehen. Um sicher zu gehen, sollten Sie Ihre Schilddrüse untersuchen lassen. Bei einer Unterfunktion wird durch die Gabe von Schilddrüsenhormonen der Haarausfall eventuell aufhören. Bei einer Überfunktion kann durch Medikamente, die die Schilddrüsenhormonbildung hemmen, der Haarausfall zurückgehen.

Frage : Vor drei Jahren bekam ich wegen heißer Knoten eine Radiojodbehandlung. Ich bekomme seither einen Hormonersatz ( Tabletten ). Seit mehreren Wochen leide ich unter Haarausfall. Kann es einen Zusammenhang geben ?

Antwort : Haarausfall kann eine Folge der Überdosierung des Hormonersatzes sein. Es wäre ratsam, dass Sie die Schilddrüsenwerte kontrollieren lassen. Mit einer Ultraschalluntersuchung kann der Arzt auch herausfnden, ob sich neue Knoten in der Schilddrüse gebildet haben.

Frage : Ich hatte eine vollständige Entfernung der Schilddrüse und nehme seither Tabletten ein. In den vergangenen Monaten habe ich stark zugenommen, obwohl sich meine Ernährungsgewohnheiten nicht verändert habe. Kann es an den Schilddrüsenhormonersatz-Tabletten liegen ?

Antwort : Das ist möglich. In diesem Fall wäre zu raten, die Dosierung der Tabletten so zu wählen, dass ein TSH-Schilddrüsenhormonwert im unteren Normbereich erreicht wird. Im ersten halben Jahr nach der Operation muss die für Sie optimale Schilddrüsenhormondosis gefunden werden.

Frage : Ich habe eine vergrößerte Schilddrüse, die wegen des Krebsverdachts vollständig entfernt werden soll. Wie groß ist das Risiko von Komplikationen ? Muss ich zuvor die Herzmedikamente absetzen ?

Antwort : In den Händen eines erfahrenen Chirurgen, der häufig im Jahr Operationen an der Schilddrüse vornimmt, liegt das Risiko von Stimmbandverletzungen bei unter einem Prozent. Sie sollten einige Wochen vor der Operation mit dem behandelnden Chirurgen und Ihrem Kardiologen besprechen, ob eine Änderung der Medikamente vor der Operation erforderlich ist.

Frage : Wie viel Jod sollte der Mensch mit der Nahrung aufnehmen ?

Antwort : Erwachsene benötigen täglich zwischen 180 bis 260 Mikrogramm des wichtigen Spurenelementes. Einen besonders hohen Bedarf haben Schwangere, stillende Frauen und Kinder in der Pubertät.

Wichtigste Jodquelle für den Menschen ist der Seefisch. Milch, die einen Jodgehalt von vier bis elf Mikrogramm pro 100 Gramm hat, leistet nur einen kleinen Beitrag zur Jodversorgung.

Obst und Gemüse enthalten kaum Jod