Brustkrebs ist eine häufige Krebserkrankung. Etwa jede zehnte Frau wird im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Über die Behandlungsmöglichkeiten und Nachsorge informierten gestern Dr. Joachim Bischoff von der Uni-Frauenklinik Magdeburg und Monika Antkowiak von der Magdeburger Krebsliga. Uwe Seidenfaden notierte einige Fragen und Antworten.

Frage : In meiner Familie sind mehrere Fälle von Brustkrebs vorgekommen. Ich bin jetzt 30 Jahre alt und habe natürlich Angst vor einer Erkrankung. Wie sollte ich mich verhalten ?

Antwort : Wenn mehrere nahe Familienangehörige ( z. B. Mutter, Schwester und Großmutter ) insbesondere in jungen Jahren an Brustkrebs erkrankten, wäre eine umfassendere Diagnostik bei Ihnen zu empfehlen. Sie können sich in einen Brustzentrum auch über genetische Risikofaktoren und deren mögliche Konsequenzen aufklären lassen.

Frage : Bei mir wurde nach der Totaloperation eine Strahlentherapie durchgeführt. Die Lymphknoten wurden trotz positiven Befalls aber nicht bestrahlt. Ist das richtig ?

Antwort : Eine strahlentherapeutische Behandlung nach der Operation kann das Risiko des Wiederauftretens des Tumors senken. Eine Strahlentherapie wird immer dann empfohlen, wenn der Tumor nicht sicher im gesunden Gewebe entfernt werden konnte sowie nach großen Tumoren oder bei ausgeprägtem Lymphknotenbefall. Auf eine Bestrahlung des Lymphknoten an den Achselhöhlen wird in der Regel verzichtet, da Lymphknotenrezidive seltener als gefürchtete Komplikation eines Lymphödems durch die Strahlentherapie sind.

Frage : Ich hatte vor sechs Jahren eine Totaloperation mit anschließender Chemotherapie. Seither ist der Krebs nicht wieder aufgetreten. Ich habe aber noch zeitweise Schmerzen im Brustbereich. Was kann ich dagegen tun ?

Antwort : Nach einer Tumoroperation oder Bestrahlung können sich Vernarbungen bilden, die gelegentlich zu Schmerzen führen. Hilfreich können Cremes, autogenes Training und andere Entspannungstechniken sein. Lassen Sie sich auch von anderen betroffenen Frauen z. B. in einer Selbsthilfegruppe beraten. Wichtig ist für Frauen nach überstandenem Brustkrebs, regelmäßig zu den Nachkontrolluntersuchungen zu gehen, damit eine erneute Krebserkrankung möglichst früh erkannt werden kann.

Frage : Ich bin 35 Jahre. Kann ich nach Brustkrebstherapie noch ein Kind bekommen ?

Antwort : Die Operation wirkt sind nicht negativ auf die Fruchtbarkeit aus. Anders sieht es mit Chemo- und Hormontherapie aus. Je nach Art der Medikamente, der verabreichten Dosis und der Behandlungsdauer kann eine Chemotherapie den Menstruationszyklus der Patientin zeitweilig oder nicht selten auch dauerhaft stören. Ihr Arzt kann Ihnen sagen, ob das in Ihrem Fall wahrscheinlich ist.

Aber auch bei einer sehr umfassenden Therapie ist es unter Umständen vor Beginn der Krebsbehandlung in einem Kinderwunschzentrum möglich, die notwendigen Schritte zum Erhalt der Fruchtbarkeit einzuleiten.

Frage : Vom Arzt wurde mir eine Rehabilitation in der Krebsnachsorge empfohlen. Der Kurantrag wurde jetzt von meiner Krankenkasse abgelehnt. Was kann ich tun ?

Antwort : Sie können gegen den Bescheid Widerspruch einlegen. Beratung dazu können Sie bei der Magdeburger Krebsliga erhalten ( siehe Infokasten ).

Frage : Meine Ärztin hat eine Zyste in der rechten Brust festgestellt. Kann daraus Brustkrebs entstehen ?

Antwort : Zysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Geschwülste, die sich oftmals in der zweiten Zyklushälfte bilden und nach der Regel oft wieder verschwinden. Prinzipiell erhöhen sie nicht das Brustkrebsrisiko. Dennoch sollten Sie die Veränderungen im Auge behalten und insbesondere dann den Arzt darauf hinweisen, wenn Schwellungen nach der Regel noch vorhanden sind.

Frage : Ich bin jetzt 44 Jahre alt und hatte vor drei Jahren Brustkrebs. Nach zwei Jahren mit Tamoxifen-Behandlung wurde ich jetzt auf einen Aromatasehemmer umgestellt. Inzwischen habe ich wieder eine Regelblutung. Muss ich mir Sorgen machen ?

Antwort : Das Wiederauftreten von Blutungen weist darauf hin, dass die Hormonblockade nicht ausreichend ist. Die erneuten Blutungen können besonders bei jungen Frauen auftreten. In diesen Fällen ist eine Kombinationsbehandlung mit zusätzlichen Hormonspritzen ratsam.

Frage : Ich wurde vor einem halben Jahr brusterhaltend operiert. Ich trage jetzt einen Expander. Wann kann er wieder entfernt werden ?

Antwort : Der Expander ist ein Platzhalter bis zum Einsatz einer endgültigen Prothese. Man sollte noch ein halbes bis ein Jahr nach Ende der Bestrahlung mit dem Brustaufbau warten.

Frage : Im vergangenen Jahr wurde ich wegen Brustkrebs operiert. Ich habe anschließende Chemo- und Strahlentherapie bekommen. Ist eine zusätzliche Nachkontrolle mit der Positronen-Emissions-Tomografie ( PET ) sinnvoll ?

Antwort : In den ersten zwei bis drei Jahren wird eine halbjährliche Mammografie empfohlen. Wenn keine Beschwerden und auffälligen Befunde ( z. B. Hinweise auf Veränderungen im Knochenstoffwechsel ) vorliegen. Ein routinemäßiges Metastasenscreeening mit PET führt nur zu Verunsicherungen und ist nicht zu empfehlen.

Frage : Nach meiner Brustkrebsoperation erhielt ich fünf Jahre lang eine Behandlung mit Tamoxifen. Ist eine Weiterbehandlung möglich ?

Antwort : Bei einem geringen Rezidivrisiko kann die antihormonelle Behandlung mit Tamoxifen ausgesetzt werden. Sollte der Tumor erneut auftreten, hat man mit einem Aromatasehemmer eine weitere Therapieoption für postmenopausale Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom. Eine langfristige Nebenwirkung dieser Therapie kann ein Knochendichteverlust sein, der zu einem erhöhten Risiko von Frakturen ( Knochenbrüchen ) und Knochenschmerzen führen kann. Um dem entgegenzuwirken, gibt es jedoch im Rahmen der systemischen Therapie des Mammakarzinoms knochenstabilisierende Präparate ( Bisphosphonate ). Sie sind bei sachgerechter Verabreichung gut verträglich und haben geringe Nebenwirkungen.

Frage : Bei mir wurde ein etwa zwei Zentimeter großes Fibroadenom in der Brust festgestellt. Kann sich daraus Krebs entwickeln ?

Antwort : Fibroadenome sind gutartige Brusterkrankungen, die relativ häufig auftreten. Es besteht kein erhöhtes Risiko für einen bösartigen Brustkrebs. Wichtig ist jedoch, einen Tumor durch die Mammographie oder den Ultraschall und gegebenenfalls durch eine Gewebeuntersuchung sicher auszuschließen.