Haldensleben l Zum ersten Mal hat der Jugendkreistag alle Jugendkreistagsmitglieder und die, die daran interessiert sind, zur Netzwerkstatt „Wir machen mit“ in das Haldensleber Professor-Friedrich-Förster-Gymnasium eingeladen. Unter den 43 Teilnehmern aus dem Landkreis Börde, befanden sich auch neun Flüchtlinge, die das kreative Angebot mit viel Begeisterung annahmen.

Bereits beim Betreten des Gymnasiums herrschte ein buntes Treiben auf den Gängen und in der Aula. Schnell wurden noch die letzten Teilnehmer von Jugendkreistagsmitglied Monique Warnecke (16) in die Teilnehmerliste eingetragen, bevor es zum gemeinsamen Kennenlernen in die Aula ging. „Wir erhoffen uns dadurch auch neue Mitglieder für den Jugendkreistag“, sagte Warnecke mit Blick auf die Teilnehmerliste.

In der Aula wurden die zur freien Auswahl stehenden Workshops noch einmal erläutert. So konnten sich die Jugendlichen zwischen den Workshops „tape vs. rex“, „Poetry Slam“, „Wir machen Zeitung“ und „Wir melden uns zu Wort“ entscheiden. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Aula, starteten die 14- bis 17-Jährigen in ihre jeweiligen Workshops.

„Kommt mal alle hier zusammen“, rief Workshop-Leiter Christian Nikolov (26) vom Verein „Kinder stärken“ seinen Teilnehmern zu. Nachdem die Teilnehmer eine Traube um ihn und seine Workshop-Kollegin Michelle Merten (16) bildeten, konnte der erste Teil des Workshops beginnen. „Was für rechte Symbole kennt ihr denn?“, Eröffnete Merten die Runde mit einer Frage. „Hakenkreuz“ und die Marke „Thor Steinar“ kamen blitzschnell als Antworten. „Wir wollen hier zum Thema Rechtsextremismus aufklären und erhoffen uns auch einen Dialog“, sagte Christian Nikolov. Im ersten Teil sollte es nämlich unter anderem um Symbole und Kleidung gehen, die von Rechten getragen und benutzt werden. Hierzu lag zudem thematisches Informationsmaterial für die Teilnehmer bereit, welches sie sich zur Veranschaulichung mitnehmen konnten. Besonderes Augenmerk hatten hierbei die Flüchtlinge, welche bereits Diskriminierungserfahrungen sammeln mussten und diese den anderen Teilnehmern vortrugen.

Im zweiten Teil des ersten Workshops übernahm fortan Christian Nikolov das Zepter. Hinter dem Begriff „tape“, zu Deutsch Band, versteckte sich nichts anderes als buntes Klebeband. „Die Technik ist noch nicht so verbreitet“, sagte Nikolov. Mit dem Klebeband konnten die Teilnehmer ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Mit dem „tape“ konnten quadratische Tafeln beklebt und so bunte Bilder geschaffen werden. Die Motive reichten von einfachen Farbspielen bis hin zu einer Message wie „Liebe ist für alle da“. So saßen die Teilnehmer an Tischen, auf dem Boden und auch sonst überall, wo es sich gut bekleben lies.

Wer sich von den Teilnehmern in Poesie üben wollte, war bei Workshop zwei genau richtig. Hier gaben Josephine von Blueten-Staub und Aron Boks vom Verein „HALternativ“ aus Halle an der Saale den Jugendlichen die Grundlagen für „Poetry Slam“ (Sinngemäß: Dichterwettstreit) mit auf dem Weg. Beim Poetry Slam werden selbstgeschriebene Texte innerhalb einer bestimmten Zeit einem Publikum vorgetragen. Die beiden Hallenser gaben den Teilnehmern eine Anzahl an zu nutzenden Wörtern vor, woraus diese eigene Texte schrieben. Mit ein weinig Überlegung und viel Freude am Dichten schrieben die Teilnehmer ihre kurzen Texte.

Wer recherchieren, Texte niederschreiben und sich im Redigieren verwirklichen wollte, war in Workshop drei bestens aufgehoben. Unter dem Motto „Wir machen Zeitung“ übte sich der Jugendkreistag in einem weiteren Raum im Publizieren. Hier konnte die Volksstimme direkt vor Ort den einen oder anderen Tipp zum Layout geben. In der nunmehr zweiten Ausgabe des Jugendkreistags-Blattes „MitspracheJugend - uns gehört die Zukunft“ wird unter anderem von Lennart Birth (17) ein Tagesbericht des ereignisreichen Tages im Gymnasium zu finden sein. Auch werden in der Ausgabe alle wichtigen Informationen zum Jugendkreistag stehen.

Übungen zu sicherem Auftreten und Vortra

Im letzten und vierten Workshop, stand Rhetorik auf dem Programm. Workshop-Leiterin und Jugendkreistagsmitglied Rebekka Grotjohann (17) fragte in die Teilnehmer-Runde: „Wie bringe ich meine Inhalte überzeugend und sicher rüber?“ So handelte der Workshop unter anderem von den Möglichkeiten der Sprachübung, wie auch der flüssigen Artikulation. „Ihr sollt überzeugen statt zu manipulieren“, riet Grotjohann ihren Teilnehmern.

Da der Jugendkreistag sich unter anderem auch Partner wie „HALternativ“ oder „Kinder stärken“ mit ins Boot holte, und zudem viele Materialien benötigt wurden, entstanden natürlich auch finanzielle Kosten. Um diese zu decken und zukünftig weitere Projekte umsetzen zu können, bekommt der Jugendkreistag über den Landkreis Börde finanzielle Mittel aus dem Fördertopf „Demokratie Leben“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, wie Koordinatorin Nicole Fieber vom Landkreis Börde informierte.

Fieber weist auch ausdrücklich darauf hin, dass der Jugendkreistag bestimmt, welche Projekte er mit welchen Mitteln umsetzt und nichts vorgeschrieben wird. Aufgrund der positiven Resonanz plant der Jugendkreistag auch weiterhin Projekte und Workshops wie diese.

Wer sich selbst im Jugendkreistag engagieren möchte, Tipps oder Anregungen hat, kann die Mitglieder des Jugendkreistages unter der E-Mail Adresse jugendkreistag@boerdekreis.de oder über www.facebook.com/JugendkreistagLandkreisBoerde auf Facebook kontaktieren.