Dessau-Roßlau (dpa) l Die Grippe ist in Sachsen-Anhalt weiter auf dem Vormarsch. In der vergangenen Woche gab es nach Angaben des Landesamtes für Verbraucherschutz 1006 Influenzabefunde. Die Grippewelle sei während der Schulferien nicht weiter angestiegen. Es bleibe jedoch abzuwarten, ob der Höhepunkt der Grippe-Saison bereits überschritten sei. Das werde sich erst in den kommenden Wochen zeigen.

Seit Beginn der Saison im September registrierten die Behörden rund 3200 Influenza-Erkrankungen. Bislang habe es einen Todesfall im Land gegeben, sagte eine Sprecherin des Landesamtes. Eine 79-jährige Frau aus dem Saalekreis sei Ende Januar an der Grippe gestorben.

Weniger Patienten im Krankenhaus

Etwa zehn Prozent aller Grippepatienten mussten bislang im Krankenhaus behandelt werden – deutlich weniger als in der Vorsaison. Die Behörden schließen daraus, dass die meisten Erkrankungen relativ mild und ohne Komplikationen verlaufen. Ein schwerer Verlauf lasse sich jedoch nicht ausschließen, vor allem ältere Menschen seien betroffen, sagte die Behördensprecherin.

Wie die aktuellen Zahlen zeigen, erkranken in dieser Saison aber auch Kinder recht häufig. In der vergangenen Woche betraf das mehr als ein Drittel aller Fälle. Nach Angaben des Landesamtes wird die Grippewelle in dieser Saison vor allem durch den Typ Influenza B bestimmt. Bei diesem Typ falle in der Regel auf, dass Schulkinder häufiger erkranken.

Verteilung sehr unterschiedlich

Regional war die Verteilung der Grippefälle in der vergangenen Woche sehr unterschiedlich. Die meisten Fälle wurden mit 165 in Halle gemeldet, gefolgt vom Burgenlandkreis (147) und der Börde (114). Im Landkreis Mansfeld-Südharz gab es nur 17 Grippefälle, im Altmarkkreis Salzwedel waren es 22.

Krankenkassen raten zur Grippeimpfung. "Es gibt bestimmte Risikogruppen, die sich auf jeden Fall impfen lassen sollten", sagte Sascha Kirmeß von der AOK Sachsen-Anhalt. Das gelte vor allem für chronisch Kranke, Schwangere und Menschen ab 60.

In der vergangenen Saison von September 2016 bis Mai 2017 waren insgesamt knapp 9100 Erkrankungsfälle gemeldet worden. Davon endeten 22 Verläufe tödlich. An den gefährlichen Influenzaviren starben 13 Männer und 9 Frauen im Alter von 58 bis 102 Jahren.