Magdeburg (dpa/sa) - Die Landespolizei will für die Nachwuchsgewinnung ihre Präsenz in den sozialen Netzwerken ausbauen. Ab Januar soll deshalb auch die Fachhochschule der Polizei in Aschersleben über einen eigenen Twitter-Kanal aktiv werden, wie Landespolizeidirektor Michael Schulze am Donnerstag sagte. Über einen Facebook-Kanal werde noch beraten. Derzeit sind die drei Polizeidirektionen in Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau bei Twitter aktiv. Über den Kurznachrichtendienst informieren sie über Demogeschehen oder Fußballeinsätze, aber auch über die tägliche Polizeiarbeit.

Das Landeskriminalamt richtete im Herbst zu einem einzigen Fall eine Facebook-Seite ein. Die Behörde bat über das soziale Netzwerk um Hinweise und Material zum Brandanschlag auf 18 Fahrzeuge von Polizei und Deutscher Bahn am Magdeburger Hauptbahnhof. Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich am Donnerstag der Innenausschuss des Landtags mit der Social-Media-Arbeit.

Der Datenschutzbeauftragte Harald von Bose meldete ebenso Bedenken für die Aktion an wie Matthias Höhn von der Links-Fraktion. Facebook könne die Daten für seine Zwecke nutzen, so die Kritik. Das Innenministerium erarbeitet derzeit ein Konzept, wie die Polizei die Netzwerke nutzen soll. Es soll im ersten Quartal 2017 fertig sein.