Während die Titelkandidaten nicht über Startreihe drei hinauskamen, trumpfte Tom Kristensen auf: Er verwies den wiedererstarkten Paul di Resta auf Platz zwei.

Zwar musste Audi nach überlegenen Vorstellungen im freien Training sowie in den ersten beiden Sessions des Qualifyings weit härter um die Pole Position beim achten Saisonlauf in Barcelona kämpfen als erwartet. Am Ende setzte sich dennoch ein Pilot der Ingolstädter durch: Um 64 Tausendstelsekunden distanzierte Tom Kristensen Brands-Hatch-Sieger Paul di Resta und sicherte sich so die neunte Pole Position seiner DTM-Karriere. Nur mäßig verlief das Qualifying für die drei aussichtsreichsten Titelanwärter: Gary Paffett, Tom Kristensen und Mattias Ekström mussten sich mit den Startplätzen fünf, sechs und sieben begnügen.

Erwartbarer Auftakt

Nach einem kurzen Schlagabtausch der Jahreswagen wussten die Audi-Neuwagen bereits in der ersten Session an die Ergebnisse des freien Trainings anzuknüpfen. Lediglich Gary Paffett kämpfte sich auf Position zwei und damit in die Regionen der Ingolstädter vor. Noch schwerer als seine HWA-Kollegen Paul di Resta und Bruno Spengler auf den Plätzen sechs und sieben tat sich erneut Ralf Schumacher: Trotz mehrfacher versuche kam der sechsfache Grand-Prix-Sieger nicht über Rang 13 hinaus und musste um den Einzug in den zweiten Durchgang des Zeitfahrens zittern.

Zwar schienen die Mercedes-Piloten in der folgenden Session zu erstarken, als sich di Resta und Spengler zwischenzeitlich an die Spitze setzten. Das Potenzial der Ingolstädter Konkurrenz war jedoch noch nicht ausgeschöpft: So gelang Nürburgring-Sieger Martin Tomczyk als erstem Piloten eine Zeit von unter 1:07.000 Minuten, bevor sich Tom Kristensen mit einer ähnlichen Zeit auf Platz zwei kämpfte. Probleme plagten erneut Ralf Schumacher: Mit rutschender Vorderachse gelang es dem 34-Jährigen nicht, in den Top 8 Fuß zu fassen.

Zittern musste überraschend auch Timo Scheider: Drei Minuten vor Schluss befand sich der Meisterschaftsführende nur auf Platz acht, bevor er mit einem frischen Satz Reifen zu seinem letzten Versuch aufbrach. Anders als Alexandre Prémat, der sich als einziger Jahreswagenpilot in den letzten Durchgang vorkämpfte, war der Arbeitstag für Ralf Schumacher vorzeitig beendet. "Wir wissen, dass wir um einiges schwerer sind als die Jahreswagen und können daher keine Vergleiche ziehen. Aber ich habe meine Runde auch nicht ganz zusammen bekommen", musste Schumacher gegenüber der ARD gestehen.

Erstarkte HWA-Piloten

Mit Beginn des dritten Sektors waren in Paffett und Spengler auch die Mercedes-Piloten im 1:06er-Bereich angekommen. So übernahm der britische HWA-Pilot zwischenzeitlich überraschend die Spitze vor Timo Scheider, bevor erneut ein Audi-Pilot die verbesserten Streckenbedingungen besser zu nutzen wusste: Tom Kristensen setzte sich an die Spitze; dicht gefolgt von di Resta und Spengler. Der Bestzeit des Dänen zum Trotz gerieten die Ingolstädter unter Druck:

Eine Minute vor Schluss befanden sich weder die Titelkandidaten Scheider und Ekström noch Martin Tomczyk in den entscheidenden Top 4. Doch während Scheider und Ekström auch mit ihrem letzten Versuch scheiterten, schob sich Tomczyk in letzter Sekunde in den vierten und letzten Durchgang. Damit verdrängte er zur Freude seiner Teamkollegen ausgerechnet Gary Paffett, der sich bereits für die letzte Session bereit gemacht hatte.

Die Vorlage von Bruno Spengler stellte für Martin Tomczyk kein Problem dar: Um rund zwei Zehntelsekunden unterbot der Abt-Audi-Pilot zunächst seinen Mercedes-Rivalen, bis sich zwischenzeitlich Paul di Resta an die Spitze setzte. Das beste Ende hatte Tom Kristensen für sich: Mit einer fehlerfreien Runde stellte der Däne bei seinem drittletzten Qualifying in der DTM seine Qualitäten unter Beweis.

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