Als Martin Tomczyk zum letzten Mal gewann, gehörten noch Alesi und Häkkinen zum DTM-Feld. Nun hat der Bayer seine damalige Form in die Gegenwart übersetzt.

Mit einem Sieg auf dem Nürburgring hatte sich Martin Tomczyk vor zwei Jahren endgültig in den Meisterschaftskampf eingeschaltet. Nun macht der Bayer mit seinem zweiten Sieg im Schatten der Nürburg die drei Nullrunden vom Saisonstart vergessen - und bringt sich in der Meisterschaftstabelle zumindest in Schlagdistanz zu den beiden Mercedes-Speerspitzen Bruno Spengler und Gary Paffett. "Gestern schon, als ich die Pole gewann, war das sehr emotional. Aber der Rennsieg toppt das alles noch und drückt dem Wochenende den Stempel auf", freute sich der nun vierfache DTM-Rennsieger.

Von Beginn an hatte der Abt-Audi-Pilot das Rennen unter Kontrolle - wenngleich Bruno Spengler anfangs noch Gegenwehr leisten konnte: "Ich hatte einen guten Start und sah keinen Mercedes im Rückspiegel. Ich habe Bruno dann neben mir vermutet und bin nach rechts gezogen; es war noch genug Platz und dann war er hinter mir. Ob man dann in Kurve eins einen oder zehn Meter Vorsprung hat, spielt keine Rolle." Auch im Folgenden waren es nur noch baugleiche Fahrzeuge, die Tomczyk im Rückspiegel erblickte: "Wir waren von Beginn an sehr schnell. Nur im letzten Stint haben wir es ruhiger angehen lassen, um die Reifen zu schonen. Die Lücke zu Mercedes war groß genug."

Harter Kampf in Brands Hatch

Dem oft gesehenen Trend, wonach Mercedes nach einem mäßigen Qualifying im Rennen erstarkt und zum ernsthaften Konkurrenten, hatte Tomczyk schon gestern gelassen entgegengesehen. "Wir waren uns sicher, dass wir ein gutes Renn-Setup für lange Stints haben. Ich musste mir keine Sorgen um das Auto machen und bin einfach mein Rennen gefahren", sagte der Meisterschaftsdritte von 2007, der seinen Erfolg nun genießen will: "Es ist lange her, dass ich ein Rennen gewonnen habe. Ich bleibe noch einen Tag hier, denn der neue Nürburgring gibt einige Möglichkeiten zu feiern."

Spätestens in Brands Hatch dürften die Audi-Piloten allerdings wieder mit mehr Gegenwind zu kämpfen haben. "Beim nächsten Rennen fahren wir mit demselben Gewicht wie Mercedes - das wird ein harter Kampf werden", blickt Tomczyk voraus, der Timo Scheiders letztjährigen Sieg in Brands Hatch nicht als Freifahrtschein für das kommende Rennen sieht. "In den nächsten drei Wochen gibt es keinen Urlaub. Wir müssen hart arbeiten und dranbleiben."

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