Ralf Schumachers Revier ist das Mittelfeld. Damit unterschied er sich heute zwar nicht von den Teamkollegen - doch die Arbeit mit dem Neuwagen bleibt schwierig.

Nur um rund 1,5 Zehntelsekunden verpasste Ralf Schumacher im Qualifying die Rundenzeit von Ex-Champion und Teamkollege Gary Paffett - und landete mit Platz zwölf doch in gewohnten Regionen. "Das Auto hat sich geändert, meine Position nicht unbedingt", stellte Schumacher treffend fest. Die Zeit des Lernens im Schatten der Neuwagen ist für den sechsfachen Grand-Prix-Sieger vorbei: Angekommen im HWA-Team werden Schwierigkeiten vom Publikum weit kritischer beäugt als im vergangenen Jahr, als sein Vorgesetzter Norbert Haug die Erwartungen an Schumacher von Beginn an gedämpft hatte.

Mehr Arbeit als bei Mücke

"Für mich das Wochenende bisher nicht leicht. Ich komme noch nicht zu 100 Prozent mit dem neuen Auto klar. Vielleicht pushe ich noch nicht an den richtigen Stellen", sagte Schumacher mit Blick auf seine bisherige Bilanz. Der Umstieg vom 2007er-Mercedes auf den zwei Jahre jüngeren Dienstwagen bereitet dem 33-Jährigen noch Anpassungsschwierigkeiten: "Das Auto ist auf der Bremse bisschen anders als mein Jahreswagen im letzten Jahr. Ich muss vorsichtiger fahren. Jedes Auto seine Besonderheiten, und die liegen mir bei meinem jetzigen Auto noch nicht so gut."

Nicht nur im Cockpit geht es für Schumacher mit Beginn der neuen Saison anstrengender zu als noch 2008. So ist es auch die Arbeitsweise des HWA-Teams, die für den letztjährigen Mücke-Piloten noch Gewöhnung erfordert. "Grundsätzlich ist die Erfahrung des HWA-Teams größer als bei Mücke. Man hat etwas mehr Verständnis für das Fahrzeug, weil es auch bei HWA entstanden ist", lobt Schumacher, stellt aber klar: "Es gibt hier mehr Arbeit als bei Mücke, denn es müssen viele Daten ausgelesen werden - schließlich ist der Wagen eine Neuentwicklung. Bei einem gebrauchten Fahrzeug sind die meisten Informationen schon vorhanden."

Hoffen auf die Reifennutzung

Mit Blick auf das morgige Rennen hofft Ralf Schumacher auf eine reibungslose erste Runde, die ihm 2008 bei einer Berührung mit Christijan Albers verwehrt geblieben war. "Der erste Start der Saison ist immer spannend. Wir müssen uns erst wieder daran gewöhnen, Rennen zu fahren, ohne ineinander zu fahren. Beim Anbremsen vor der Haarnadel wird sich einiges knubbeln. Und ich stehe mal wieder mittendrin statt nur dabei", verweist Schumacher auf die ihm bestens bekannte Ausgangslage.

Konkurrenzfähige Jahreswagen, eine im Vergleich mit dem aktuellen Audi noch verbesserungswürdige C-Klasse aktuellen Jahrgangs: Der Analyse des heutigen Tages stimmt Schumacher zu. Dennoch hofft er auf eine wie im letzten Jahr bessere Long-Run-Performance des Mercedes-Boliden: "Das Auto, abgesehen vom Abstand zu Audi im Qualifying, ist okay. Es bleibt abzuwarten, welches Auto mit den Reifen besser umgeht. Ich konzentriere mich erst einmal auf mich selbst - da ist noch einige Luft zu Paul..."

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