Nach dem Tiefpunkt von Barcelona ist Tom Kristensen wieder obenauf - ausgerechnet am Ort seiner größten Erfolge.

Tom Kristensen, Le Mans und die erste Position - ein seit Jahren unzertrennliches Trio. So gelang es dem Dänen auch heute am Steuer eines DTM-Boliden, die versammelte Konkurrenz in die Schranken zu weisen. "Natürlich ist dieser Ort ein ganz besonderer für mich. Aber die einzige Gemeinsamkeit ist, dass ich auch diesmal ein tolles Team und ein tolles Auto habe", schränkt Tom Kristensen, der hier vor vier Monaten noch seinen achten Le-Mans-Sieg feierte, ein. Nach unauffälligen Vorstellungen während der ersten beiden Sessions distanzierte er Jamie Green im stärksten Mercedes um beachtliche 259 Tausendstelsekunden.

"Was die Strecke angeht, gibt es nur im Start-/Zielbereich und an den Boxen Gemeinsamkeiten. Die Streckencharakteristiken sind sehr verschieden", ergänzt der Abt-Audi-Pilot. Trotz fehlender Parallelen zu seinen Erfolgen im Langstreckenboliden genießt Kristensen den heutigen Erfolg. Noch vor zwei Wochen in Barcelona hatte der Däne mit Berührungen und Sportstrafen den Tiefpunkt seiner Saison erlebt. "Es ist schön, wieder auf der Pole zu stehen. In dieser Saison gab es für mich viele Höhen und Tiefen, meistens aber ging es bergab. Der Speed war schon immer da, auch in Barcelona, aber da wurde ich an einem besseren Qualfiying-Ergebnis gehindert."

Furcht vor dem Wetter

Anders als Titelaspirant Timo Scheider, der über das gesamte Qualifying hinweg mit Handlingproblemen kämpfte, konnte sich Kristensen im richtigen Moment über einen perfekten Dienstwagen freuen. "Wir haben viel mit dem Reifendruck gearbeitet; ihn zu erst erhöht und dann auf dem letzten Satz wieder reduziert. Viel mehr haben wir während des Qualifyings nicht geändert. Ich musste sicherstellen, dass ich nicht zu viel Übersteuern bekomme - vor allem in der ersten Schikane", berichtete der dreifache DTM-Rennsieger.

Nachdem die dunklen Wolken heute am westfranzösischen Le Mans vorüberzogen, droht am Sonntag Ungemach. "Die Wettervorhersage für morgen verheißt nichts Gutes. In diesem Fall muss ich mich darauf konzentrieren, auf den richtigen Reifen zu starten", verweist der 41-Jährige auf die jüngsten Erlebnisse am Nürburgring. "Ich werde mein Bestes geben - denn ich brauche endlich noch einmal ein gutes Rennen."

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