Ebenso wie Kollege Dr. Ullrich setzt auch Norbert Haug für morgen auf faire Zweikämpfe - und kritisiert erneut das Verhalten der Konkurrenz in Barcelona.

Ein annehmbares Herbstwetter, zahlreiche Zuschauer, ein überzeugender Paul di Resta: Eigentlich hatte Norbert Haug nach dem Hockenheimer Qualifying allen Grund zur Freude. Und doch plagten ihn negative Erinnerungen. "Es soll ein hartes und gutes Rennen werden, das die Favoriten unter sich ausfahren. Es soll nicht durch Rempeleien entschieden werden wie zuletzt in Barcelona", spielt Haug auf das viel kritisierte Manöver von Mattias Ekström gegen Jamie Green an.

Der Mercedes-Sportchef setzt auf die Kompetenz der Sportkommissare und des Rennleiters: "Ich hoffe, dass da Einsicht herrscht und die Überwachung durch die Rennleitung stark sein wird." Nicht nur angesichts des zweiten Startplatzes von Paul di Resta vor Timo Scheider sieht Haug seine Mannschaft in einer starken Position. "Timo hat vier Mercedes um sich herum. Wir werden hart fahren, aber fair - so wie es Bernd in Le Mans gezeigt hat. Und explizit nicht so, wie es andere gezeigt haben."

Vorbild Bernd Schneider

So sind es auch weiterhin das Ekström-Manöver sowie die missglückten Audi-Überholversuche gegen Gary Paffett in Barcelona, die die Gedankenwelt Norbert Haugs bestimmen. "Was Bernd in Le Mans gezeigt hat, wollen die Leute sehen. Vielleicht gibt es im Internet Videos davon, die man sich noch einmal anschauen kann. Wer einen guten Überholvorgang sehen will, der schaut sich das an. Wer einen schlechten Überholversuch sehen will, schaut sich die erste Kurve von Barcelona an." Wo wiederum die Berührung zwischen Ekström und Green stattfand...

Trotz aller Barcelona-Albträume bereiten Haug der Start sowie die kritische erste Kurve keine größeren Sorgen. "Der Start sollte kein Problem sein, wenn alle gleichermaßen gut wegkommen. Sollte jemand in den ersten drei oder vier Reihen ausscheren, kann es aber auch anders ausgehen." Gerade angesichts der zahlreichen Zuschauern auf den Tribünen hofft der Mercedes-Sportchef jedoch auf den Verzicht auf unprofessionelle Fehler. "Von der Atmosphäre ist es wohl das beste Wochenende der Saison. Es sind 75.000 Tickets verkauft worden, das ist neuer Rekord - obwohl die wirtschaftliche Situation eine ganz schwere ist."

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