Vom Start weg bewies Timo Scheider Nervenstärke: Er zog vorbei an Paul di Resta - und ließ sich Führung, Sieg und Titel nicht mehr nehmen.

Vor rund sechs Monaten hatte Timo Scheider von Mattias Ekström die Meisterschaftsführung übernommen - und gab sie auch beim letzten Rennen in Hockenheim nicht mehr ab: Ein Jahr nach seinem ersten Podestplatz beschließt Timo Scheider eine konstant überzeugende Saison beim Finale mit seinem dritten Sieg und dem ersten DTM-Titel. Bereits am Start hatte sich Titelkontrahent Paul di Resta hinter Scheider einsortieren müssen und belegte am Ende Rang zwei. Das Podest komplettierte nach einem zuletzt ereignislosen Rennen Jamie Green.

Di Resta verliert an Boden

Der Start: Mit einem Blitzstart zog Timo Scheider schon auf den ersten Metern von Startplatz drei aus an Paul di Resta vorbei, Pole-Sitter Mattias Ekström reihte sich in Kurve eins hinter Scheider an. Im Duell mit Ekström leistete sich di Resta in Kurve 2 einen leichten Verbremser, bevor er in der Spitzkehre einen erneuten Angriff wagte. Hierbei ließ er sich jedoch von Ekström so weit ins Kurvenäußere drängen, dass zwischenzeitlich Jamie Green auf Rang zwei vorrückte. Im weiteren Verlauf gelang es dem Schotten dennoch, Ekström zu passieren.

Der Rennverlauf: Mit einem harten Manöver gegen Martin Tomczyk handelte sich Bruno Spengler noch in der ersten Runde eine Verwarnung der Rennleitung ein: In der vorletzten Kurve hatte Spengler den Audi-Piloten neben die Strecke gedrängt, der daraufhin Positionen verlor. Eine Runde später kam es im Kurveninneren zu einer weiteren Berührung zwischen Markus Winkelhock, Mathias Lauda und Christijan Albers, die allesamt deutlichen Teileverlust zu beklagen hatten. In Runde 3 ging an gleicher Stelle der erwartete Positionstausch zwischen Green und di Resta über die Bühne.

Die zuvor rund zwei Sekunden Rückstand auf Scheider halbierte di Resta innerhalb kürzester Zeit auf unter eine Sekunde, kam jedoch nicht ganz in Schlagdistanz des Meisterschaftsführenden. Nachdem Bruno Spengler und Bernd Schneider die erste Boxenstoppphase eröfnet hatten, nutzte Scheider die zweite Runde des Boxenstoppfensters für seinen ersten Stopp. Zwar versuchte di Resta während der folgenden beiden Runden in Führung liegend, im Fernduell die entscheidende Sekunde gutzumachen. Dennoch reihte sich der HWA-Pilot nach seinem ersten Stopp mit gewachsenem Rückstand hinter Scheider ein.

Scheider behält die Kontrolle

Auch die zweiten Stopps von Scheider und di Resta in den Runden 17 und 18 änderte nichts an der Reihenfolge an ihrer Rangfolge. Während sich die beiden Titelkontrahenten eher konservativer Strategien bedienten, wählte Mattias Ekström erneut die Taktik zweier weit hinausgezögerter Boxenstopps. Nach seinem ersten Stopp taktisch geschickt zwischen Scheider und di Resta liegend, musste sich der Schwede allerdings am Ende auf Rang sieben einreihen. So hatte er bereits während seines ersten Boxenstopps Zeit verloren, als er wegen einer Pitstop-Penalty drei zusätzliche Sekunden hatte stehen müssen. Die Rennleitung ahndete damit Ekströms ungenaues Einparken in der Startaufstellung.

Für Tom Kristensen zahlten sich die späten Stopps derweil aus: Der Däne reihte sich nach seinem zweiten Stopp als zweitbester Audi-Pilot hinter dem Mercedes-Trio aus di Resta, Green und Spengler ein, konnte die HWA-Piloten jedoch nicht unter Druck setzen. Auch die Jahreswagenpiloten blieben - allesamt außerhalb der Top 8 liegend - unauffällig: Lediglich Alexandre Prémat sorgte bei einem Ausritt eingangs des Motodroms für weitere Karbonscherben. Während der letzten Runden kontrollierte Scheider das Titelduell souverän: Mit rund drei Sekunden hielt er den Vorsprung auf Paul di Resta über das letzte Renndrittel hinweg konstant, während di Resta gar unter den Druck seiner Teamkollegen Green und Spengler geriet.

Der Zieleinlauf: Mit seinem dritten DTM-Sieg sichert sich Timo Scheider souverän seinen ersten DTM-Titel. Paul di Resta behält mit dem Silberrang in Hockenheim auch den zweiten Meisterschaftsrang. Jamie Green fährt vor Bruno Spengler seinen vierten Podestplatz der Saison ein. Der fünftplatzierte Tom Kristensen verweist Bernd Schneider in seinem letzten Rennen auf Platz sechs; es folgt das heute erfolglose Abt-Audi-Duo aus Mattias Ekström und Martin Tomczyk.

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