Fehler, die keine waren - Fußball, der verwunderte - Fragen, die ohne Antwort blieben. Ralf Schumacher hatte wieder Sprechstunde.

Ralf Schumacher stutzte nach dem Qualifying von Barcelona und dem 17. Startplatz, aus dem später am Abend der 16. Rang wurde, gleich mehrfach. Nicht nur das Gespräch bei den Sportkommissaren amüsierte den DTM-Rookie, sondern auch die interne Konversation mit Mercedes-Sportchef Norbert Haug, eine Partie der Fußball-Bundesliga und die Fragen der - an einer Hand abzählbaren - Journalisten-Schar.

Angefangen hatte alles in der Boxengasse der knapp drei Kilometer langen Strecke. "Albers kam vor mir aus der Box und ich musste bremsen. Danach war er kaum schneller, hat zwei Mal gebremst und war viel zu langsam", fasste der Mercedes-Star das Geschehen im Qualifying zusammen. "Ich wollte ihm nicht hinten reinfahren und habe ihn überholt. Das war eigentlich eine richtige Entscheidung, aber die Regularien sprechen dagegen."

Die Rennleitung verhängte später nur eine Geldstrafe, obwohl Schumacher witzelte und eine härtere Bestrafung forderte: "Strafplätze hätten mir nicht weh getan, das habe ich den Sportkommissaren auch gesagt." Immerhin multiplizierte sich der zu zahlende Betrag von 1.000 Euro wenig später - Schumachers Chef Norbert Haug wollte die Rechnung seines Neuzugangs nicht übernehmen und verdoppelte die Summe.

Verwunderung brachte auch ein kurzer Blick auf die Leinwand und das Spiel zwischen dem FC Bayern und den Werderanern aus Bremen. "1-5, das kann man gar nicht glauben", urteilte Schumacher, dessen Lieblingssportart nicht unbedingt das Gekicke mit dem runden Leder ist, über den Zwischenstand in der Münchner Arena. Weniger verwunderlich war seine Aussage über Fragen nach der Saison 2009: "Ich habe noch mit diesem Jahr zu tun. Mir macht es Freude, irgendwann werden wir uns zusammensetzen." Wie Bruder Michael wird sich Ralf allerdings nicht auf Motorräder schwingen, um Rennen zu fahren. "Mit dem Zweirad fahre ich höchstens zur Eisdiele."

Schumacher will an den Top-10 kratzen

Zurück zum sportlichen Geschehen. Wie alle anderen kämpfte Schumacher mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen auf der kurzen Strecke. "Selbst mit dem Aufwärmen der Reifen hatte man seine Probleme, aber wir haben das ganz gut hinbekommen", so der Mücke-Pilot über Rang 16. Immerhin dürfte er damit im Rennen auf der sicheren Seite sein: "Das meiste spielt sich im Mittelfeld ab, zwischen Platz acht und 14. Es ist aber genügend Platz, damit wir alle durch die erste Kurve kommen müssten."

Sollte er die erste Kurve tatsächlich ohne Schäden überstehen, rechnet sich Schumacher gute Chancen aus. "Im Rennen sind wir meist schneller als die Audi. Am Freitag waren wir im Long-run schneller, aber realistisch gesehen müsste ich um die zwölfte Position landen." Nur im Regen wäre alles offen - "allerdings nach vorne und hinten..."

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