Zwar blieb im Audi-Lager nach dem Qualifying allzu überschwänglicher Jubel aus. Dennoch zeigt sich der Sportchef mit Blick auf die Meisterschaft zuversichtlich.

Der Audi-Sportchef ist zurück an jenem Ort, an dem er DTM-Geschichte schrieb. Vor einem Jahr traf er in Barcelona nach einschlägigen Rangeleien mit der Stuttgarter Konkurrenz die Entscheidung für einen vorzeitigen Rückzug aller Boliden. Schon damals hätten die Ingolstädter mit Blick auf ihre eigentliche Rennperformance ihren zweiten Barcelona-Sieg einfahren können. Ein Vorhaben, das Timo Scheider nun von Startplatz zwei aus nachholen soll. "Selbstverständlich sind wir mit Timo zufrieden, er hat eine gute Qualifying-Leistung gezeigt. Dass eine Serie von Pole Positions irgendwann einmal abreißen muss, ist klar", zeigte sich Dr. Wolfgang Ullrich als fairer Verlierer.

Mit Blick auf die Meisterschaft sieht er die Ingolstädter weiterhin in einer überlegenen Position. "Wir haben uns in jeder der ersten drei Startreihen mit einem Auto platziert, in der vierten Startreihe mit zwei Autos. Das ist eine gute Ausgangsposition für das Rennen." Lediglich der Startplatz Tom Kristensens trug nicht zur Zufriedenheit Ullrichs bei: Nachdem der Däne während seiner fliegenden Runde auf Gary Paffett aufgelaufen war, schied er wie schon in Brands Hatch nach der zweiten Qualifying-Session aus.

"Wir haben an diesem Wochenende deutlich gesehen, dass Bernd immer wieder sehr schnelle Runden umsetzen konnte. Vor allem im Sektor 1 war er immer wieder ganz oben", zollt Dr. Wolfgang Ullrich dem Altmeister im Gespräch mit dem adrivo Motorsport Magazin seinen Respekt. Auch dem Audi-Sportchef blieb das Hauptproblem Schneiders nicht im Verborgenen: "Es war zu erkennen, dass er ganz weit vorne sein kann, wenn er denn einmal in allen drei Sektoren alles zusammenbringt."

Dennoch verweist Ullrich auch auf den geringen Vorsprung Schneiders von nur 31 Tausendstelsekunden, die Timo Scheider an der fünften Pole Position der Saison hinderten. "Diese Performance konnten aber insgesamt auch sieben bis acht andere Autos gehen. Die Unterschiede sind so gering, dass es nur um die ganz kleinen Details geht", stellt der Österreicher klar. "Wir wollen Timos Vorsprung vielleicht sogar ausbauen, aber zumindest nicht schrumpfen lassen. Timo braucht man keine Empfehlungen zu geben. Wir werden versuchen, ihm eine optimale Strategie und gute Boxenstopps zur Verfügung zu stellen."

Die Erinnerung an das verlorene Reifen-Roulette vom Nürburgring treibt Dr. Wolfgang Ullrich keineswegs Sorgenfalten auf die Stirn. Noch in Brands Hatch hatten sich die Audi-Boliden bei Nieselregen ebenso konkurrenzfähig präsentiert wie im Trockenen: "Das Wetter spielt dann eine Rolle, wenn das Wetter während des Rennens wechselt. Sollte es von Beginn an trocken oder von Beginn an nass sein, kann das jedem in gleichem Maße recht sein."

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