Die Stuttgarter Niederlage fiel überraschend deutlich aus - und doch glaubt Norbert Haug seine Marke in einer ebenso guten Siegposition wie Audi.

Ebenso wie der letzte Audi-Sieg in Nürnberg scheint zwar auch der letzte Mercedes-Triumph in Zandvoort gefühlte Jahrhunderte zurückzuliegen. Tatsächlich jedoch siegte mit Gary Paffett erst 2005 ein HWA-Pilot - und das durchaus souverän. "Wir konnten einen Platz in der ersten Reihe nicht erwarten, Audi war auf eine Runde deutlich schneller. Zwei Zehntel Vorsprung sind schon eine Hausmarke", musste auch der Mercedes-Sportchef gestehen, ohne sich bereits geschlagen geben zu wollen.

"Wir haben die letzten drei Rennen gewinnen können, aber Audi ist nun wieder sehr stark", erinnert Norbert Haug an die vor mehr als zwei Monaten in Mugello begonnene Erfolgsserie, zollt aber auch der Konkurrenz Respekt: "Ekströms Runde war wirklich eine richtig fliegende. Die Lücke auf die ersten beiden Plätze ist groß." Mit Blick auf die zweite Reihe aus Tom Kristensen und Jamie Green macht der Mercedes-Sportchef einen Lichtblick aus: "Zum Drittplatzierten fehlt uns nur eine Kleinigkeit. Der Ballast macht einen Teil des Rückstandes aus, soll aber keine Entschuldigung sein."

Aus Haugs Sicht ist der Startplatz in Reihe zwei "keine schlechte Position" - und immerhin könne am Start "alles passieren". Ähnlich klangen vor zwei Wochen am Norisring zwar auch die Aussagen Dr. Wolfgang Ullrichs, bevor aus der zweiten Startreihe am Ende doch "nur" ein dritter Platz heraussprang. "Ich will keinen Sieg ankünden, aber wir haben gute Chancen. Viele Rennen werden eben nicht von der Pole-Position gewonnen", lässt sich Haug dennoch nicht beirren - und wartet wie gewohnt mit einer kreativen Rechnung auf: "2007 war unser Rennspeed nicht schlecht, und die Audis haben von ihren vier Zandvoort-Siegen nur zwei von der Pole aus errungen. Die Chancen stehen also quasi 50 zu 50."

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