Auch auf dem Norisring setzt sich Timo Scheiders teaminterne Vorherrschaft fort. Für das mutmaßlich turbulente Rennen plant er Sicherheitsreserven ein...

Zwei Berührungen, ein Reifenschaden, ein einziges Chaos: In eher unguter Erinnerung ist Timo Scheider das letztjährige Norisring-Spektakel geblieben. Doch kämpfte der Abt-Audi-Pilot einst noch mit Mühe um den teaminternen Durchbruch, so präsentierte er sich heute umso souveräner: Zum fünften Mal in Folge fand im Qualifying keiner seiner Teamkollegen an einen Weg an ihm vorbei - obwohl Scheider Potenzial ungenutzt ließ.

"Ich ärgere mich natürlich darüber, dass ich die Zeit aus dem zweiten Segment nicht wiederholen würde. Wenn mich das nicht ärgern würde, wäre ich kein Rennfahrer", blickt Timo Scheider im Gespräch mit der adrivo Sportpresse auf jene Bestzeit aus der mittlereren Session zurück, die ihm im letzten Durchgang immerhin noch zu Startplatz zwei verholfen hätte. "Mein persönliches Gefühl war, dass ich am Schöller-S mehr übersteuern hatte - vielleicht hatte ich etwas später gebremst als in der zweiten Session."

Wie bereits gestern verspürte Scheider verglichen mit den Audi-Heimspielen aus den Vorjahren durchaus Fortschritte. "Diesmal haben wir es geschafft, beim Topspeed und bei der Gesamtperformance konkurrenzfähig zu sein", stellt Scheider fest, verweist jedoch auf die unterschiedlichen Charakteristika der beiden Neuwagen: "Wir sind mit einem anderen Fahrzeugkonzept an den Start gegangen als Mercedes. Das heißt, dass wir Highspeed-Strecken nicht ganz so sehr mögen - zumindest wenn es vor allem geradeaus geht." An Scheiders Zielen ändert auch die Kurvenarmut des Nürnberger Stadtkurses nichts: Der erste Audi-Sieg seit 2002 soll her.

Auf dem Weg zum angestrebten Triumph will Scheider mit gedämpfter Angriffslust zum Erfolg kommen: "Ich versuche, die Meisterschaftsführung mental ein wenig in den Hintergrund zu rücken. Man muss jedes Rennen als einzelne Etappe sehen. Aber ich wäre dumm, wenn ich nicht auch an die Meisterschaft im Auge behalten würde." Nach dem missglücktem Norisring-Rennen 2007 setzt der Tabellenführer morgen auf Sicherheitsreserven: "Ich hoffe, dass wir morgen ohne Schäden um die erste Kurve gekommen. Einen Gewaltakt wird man von mir sicherlich nicht sehen."

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