Bislang blieb er eher unauffällig - doch mit Konstanz statt Showeinlagen will Jamie Green um den Titel fahren: Der Brite im Gespräch mit der adrivo Sportpresse.

Du fährst seit 2005 eine C-Klasse von Mercedes. Wie hat sich das Auto in den letzten vier Jahren entwickelt?
Jamie Green: Das Auto hat sich in jedem Jahr weiterentwickelt. Das Team muss dabei sehr hart und im Detail arbeiten, weil das Technische Reglement gleich geblieben ist. So gibt es nicht viele Dinge, bei denen man überhaupt eine Chance hat, etwas zu verändern. Das Team hat einen tollen Job gemacht und das Auto jedes Jahr ein Stückchen weiter nach vorne gebracht - es ist toll zu sehen, wie sie immer wieder eine Lösung finden und eine Kleinigkeit verbessern.

Was genau hat sich in den letzten Jahren verbessert?
Jamie Green: Eigentlich alles. Vom Design über den mechanischen Grip bis zur Aerodynamik. Ich glaube, dass wir bei der Aerodynamik eine der größten Verbesserungen der letzten Jahre erzielt haben. Letztes Jahr haben wir eine neue Karosserie bekommen, in diesem Jahr haben wir eine Evolution davon.

Was kann man für die nächsten Rennen noch verbessern, damit die Lücke zu Audi geschlossen wird?
Jamie Green: Im Saisonverlauf ist es reglementsbedingt nicht leicht, noch große Verbesserungen zu erzielen. Aber ich weiß, dass das Team sehr hart arbeitet und wir auf dem richtigen Weg sind.

Wie hat sich deine Position im Team durch die beiden Siege in Barcelona und Hockenheim verändert?
Jamie Green: Ich hatte in den letzten Saisons immer ein gutes Team um mich herum - da hat sich nach den Siegen im letzten Jahre nichts Wesentliches verändert. Ich habe ihnen und mir selbst endlich gezeigt, dass ich Rennen gewinnen kann - das war sehr positiv für uns alle.

Konntest du deinen Fahrstil im letzten Jahr verbessern?
Jamie Green: Mein Fahrstil hat sich eigentlich schon in der Saison 2006 stark verbessert, in 2007 gab es dann eine neue Reifenmischung sowie ein komplett neues Auto. Das passte dann alles besser zu meinem Stil, und somit konnte ich meine Performance steigern.

Empfindest du es als positiv, mit Paul Di Resta wieder einen britischen Teamkollegen zu haben?
Jamie Green: Das ändert nicht viel an meiner Situation. Früher war Gary Paffett bei mir im Team und fährt jetzt auch wieder DTM. Natürlich ist es klasse, wenn man Leute um sich herum hat, die die eigene Muttersprache sprechen. Insgesamt sind wir sechs Briten in der DTM, vier davon bei Mercedes-Benz. Das ist eine eindrucksvolle Zahl - in Brands Hatch werden uns mit Sicherheit viele Fans unterstützen. Ich will dort den Sieg erringen, den ich 2006 nur knapp verpasst habe...

Mit welchen Zielen gehst du die gesamte Saison an?
Jamie Green: Ich würde gerne um den Titel fahren. Aber dafür brauche ich gute Rennen, muss konstant Punkte sammeln und im Laufe der Saison immer stärker werden.

Helfen dabei Regeln wie das neue Boxenstoppfenster?
Jamie Green: Das Boxenstoppfenster verhindert, dass eventuell langsamere Fahrer die schnelleren Fahrer blockieren. Für die Zuschauer ist die neue Regelung natürlich ein Gewinn, denn sie können sehen, wer auf welcher Position fährt. Früher haben manche Fahrer ihren ersten Stopp erst spät gemacht - wohingegen andere schon zweimal in der Box waren. Jetzt ist alles übersichtlicher geworden.

Wie bewertest du es, im medialen Schatten von Ralf Schumacher zu stehen?
Jamie Green: Einen großen Namen im Team zu haben sind wir schon gewohnt, denn in den letzten Jahren fuhren Jean Alesi und Mika Häkkinen bei uns im Team. Für uns ist es nichts Neues, hochkarätige Teamkollegen zu haben. Aber für Mercedes-Benz, die DTM und mich kann das nur Vorteile haben. Ich messe mich gerne mit bekannten Fahrern wie Ralf, vielleicht kann ich sogar noch etwas von ihm lernen.

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