Tom Kristensen und Mattias Ekström bereiteten dem Audi-Sportchef Kummer - Timo Scheider und Martin Tomczyk hellten seine Stimmung merklich auf.

In seiner Spannung und Brisanz hatte der zweite Lauf in dem als überholfeindlich verschrienen Oschersleben den Saisonauftakt überraschend übertroffen - was auch Dr. Wolfgang Ullrich zu spüren bekam. Hatte er noch vor sieben Tagen einen eher ruhigen Arbeitstag am Kommandostand verbracht, so lagen Licht und Schatten auch für Audi heute nah beieinander. Die Freude über den Doppelsieg ließ sich der Österreicher dennoch nicht nehmen:

"Ich bin glücklich, dass Timo den Sieg geschafft, denn er hat seit Beginn der Saison einen tollen Job gemacht. In Hockenheim hatte er ein fast perfektes Wochenende - nun hatte er ein perfektes", zeigte sich der Audi-Sportchef begeistert von der Performance des Mannes, den er 2006 zurück in die DTM gelotst hatte. Auch an der konstant guten Leistung von Martin Tomczyk hatte Ullrich seine Freude - während er das Pech seiner beiden skandinavischen Schützlinge bedauerte.

So musste Tom Kristensen nach seinem vorschnellen Start bereits früh die berechtigten Hoffnungen auf einen Podestplatz begraben. "Tom ist der Start misslungen. Schade, denn mit seiner Performance wäre er vorne dabeigewesen", verteigt Ullrich den Oschersleben-Sieger von 2004 und 2006. Mit einem Fahrfehler nach dem erfolgreichen Überholmanöver gegen Maro Engel nahm Kristensens Rennen ein tragisches Ende. Zurück auf die Strecke kreiselnd riss er auch den jungen Mercedes-Piloten aus dem Rennen: "Der Unfall mit Maro war sicher nicht geplant, aber auch Toms Auto hatte einige Teile verloren und war nur noch schwer zu fahren."

Ähnlich erging es auch Mattias Ekström, der sich zwar am Start bis auf Rang fünf kämpfte, danach jedoch mit einem im Heckbereich lädierten A4 auf verlorenem Posten fuhr. "Mattias Ekström war auf Startplatz acht und kämpfte sich gut nach vorne, aber er verlor am Start fast seine gesamte Heck-Aerodynamik", kommentiert Ullrich das mit Platz acht mäßige Abschneiden des DTM-Champions. Angekommen in den Boxen wurden Korrekturen an der schlechten Balance seines Boliden vorgenommen: "Beim Boxenstopp haben wir auch die Frontaerodynamik entfernt, damit das Auto wieder in die Balance gerät. Wir haben unserem besten Fußballspieler die Chance gegeben, die Flics wegzukicken; das hat er toll gemacht."

So sieht Ullrich den Punktgewinn des Schweden als gelungene Schadensbegrenzung - auch angesichts der teaminternen Kämpfe. "Mattias musste für seinen Punkt hart kämpfen; er wurde von unseren Jahreswagenpiloten nicht geschont", spielt der Österreicher auf die harten Duelle Ekströms mit Mike Rockenfeller und Alexandre Prémat an. Auf elegantere Weise schob sich Markus Winkelhock am Auftaktsieger vorbei und landete am Ende als bester Jahreswagenpilot auf rang sechs. Er profitierte von einer gelungenen Boxenstoppstrategie: "Gefreut hätte es mich, wenn Markus Winkelhock auch noch Jamie Green geknackt hätte - Markus ist aber auch so ein tolles Rennen gefahren."

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