Zwar blieben die Piloten während des Qualifyings vom Regen verschont - doch schon allein die niedrigen Temperaturen sorgten für eine Rutschpartie.

Auch am zweiten Qualifying-Samstag meinte es das Wetter nicht gut mit der DTM: Zwar blieb der Regen während des Zeitfahrens aus - gefühlte Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts dämpften jedoch das Vergnügen bei Fans und Akteuren. Mit acht bis neun Grad gaben die Thermometer zwar mildere Werte vor. Doch auch die einstelligen Celsius-Werte genügten, um den Piloten Kopfzerbrechen beim Aufwärmen ihrer eher harten Dunlop-Reifen zu machen. Ein Phänomen, das sich gemäß Wetterprognosen auch für morgen ankündigt...

"Speziell auf dieser Rennstrecke haben wir gesehen, dass es bei kalten Verhältnissen unheimlich schwierig ist, die neuen Reifen umzusetzen. Im Qualifying-Trimm ist es umso schwieriger", schilderte Tom Kristensen gegenüber der adrivo Sportpresse. Nachdem bei Mercedes durchaus eine steigende Tendenz erwartet worden war, trug das unterschiedliche Geschick beim Aufwärmen der Reifen möglicherweise seinen Teil zum deutlichen Ergebnis bei.

So berichtete HWA-Speerspitze Bruno Spengler: "Die Strecke hatte plötzlich weniger Grip, das Auto fühlte sich anders an. Die geringe Außentemperatur hat den Gripaufbau der Reifen erschwert. Vor allem in der letzten Kurve habe ich in der dritten Session nicht so viel Grip gefunden, wie ich es gewohnt war." Jamie Green klagte aus guten Grund über den Verkehr: Hinter der Konkurrenz feststeckend geriet die Aufwärmrunde des Briten weniger aggressiv als geplant - und die Reifen auf der fliegenden Runde kühler als erwünscht.

Pole-Sitter Timo Scheider hingegen, der im Bewusstsein des Reifenproblems auf seiner Aufwärmrunde Schlangenlinien fuhr, sah das Temperaturproblem in seinem Falle gekonnt gelöst. "Die Reifen auf Temperatur zu bekommen, ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Bei diesen Außentemperaturen muss man Bremse und Reifen sehr aggressiv anfahren, um in der fliegenden Runde sofort angreifen zu können", resümierte Scheider, der eben jenen Plan perfekt umgesetzt hatte. Auch in Reihen der Mercedes-Jahreswagen klagte man nicht über die Reifentemperatur:

"Bei den Reifen hat das Team einen guten Job gemacht", wiegelte Maro Engel ab. Auch Teamkollege Ralf Schumacher lobte das Timing der Mücke-Mannschaft: "Wir haben versucht, die Reifen auf freier Bahn aufwärmen zu können, ohne im Verkehr zu sein - das ist uns gelungen." Dafür ereilte den Grand-Prix-Sieger nicht zum ersten Mal das Technikpech: "Wir hatten leider beim letzten Satz Schwierigkeiten mit dem Ventil, so dass ich zum Schluss keine neuen Reifen fahren und mich verbessern konnte."

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