Nach Jahren in der kühlen F1 scheint Ralf Schumacher in der DTM aufzutauen - was laut ihm auch ein gutes Verhältnis zu Audi-Piloten ausdrücklich einschließt...

Der Imagewandel des Ralf Schumachers scheint zu gelingen: Der von der Boulevardpresse in seinem letzten Formel-1-Jahr bei Toyota wahlweise als arrogant oder langsam verschriene Kerpener gab sich auch der DTM-Präsentation in Düsseldorf keine Blöße im Umgang mit Fans und Medien. Die neue Umgebung scheint Wirkung auf Schumacher zu entfalten: "Das kannte ich in der Formel 1 nicht - umso erfrischender finde ich es hier", kommentierte der 32-Jährige die Atmosphäre in der DTM.

"Ich bin begeistert, wie offen man hier miteinander umgeht. Natürlich hat auch hier jeder das Ziel, der Schnellste zu sein - die DTM ist harter Motorsport. Aber man nimmt sich nicht nur mit den Markenkollegen, sondern auch mit den Audi-Fahrern die Zeit, zusammen Spaß zu haben", sagte Schumacher im Gespräch mit der adrivo Sportpresse. Schon Timo Scheider hatte über einen sechsfachen Grand-Prix-Sieger berichtet, der bei den Testfahrten in Mugello überraschend offen auf die Audi-Piloten zuging. "Ich kenne schon einen Teil der Audi-Jungs, vor allem Mattias habe ich schon sehr gut kennen gelernt. Warum soll man nicht auch mit ihnen mal abends etwas unternehmen?"

Auch sein neuer Teamkollege bei Mücke, Maro Engel, ist für Schumacher kein Unbekannter. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Ich kenne Maro schon seit langem - seit seiner Kindheit sozusagen", berichtet Schumacher, der keinen Nachteil darin sieht, bei Mücke nicht einen erfahreneren Piloten mit an Bord zu haben: "Ich glaube, dass die Teameinteilung in Ordnung ist, denn wir können durchaus voneinander lernen. Das Team hat genug geeignete Aufzeichnungen, außerdem haben wir Zugriff auf Daten der anderen Teams. Insofern sollte es kein Problem sein, dass wir beide noch etwas unerfahren sind."

Das vorzeitige Ende seiner Dienstfahrt am zweiten Testtag in Oschersleben, wo eine defekte Lenkung Schumacher ins Kiesbett zwang, hatte den Erfahrungsschatz des Kerpeners zwar in negativer Hinsicht erweitert. Dennoch sah er hierdurch keine entscheidenden Nachteile für sich: "Der Lenkungsdefekt in Oschersleben hat mich nicht zurückgeworfen. Solche Dinge passieren einfach; das sollte kein Thema sein." Freimütig gesteht der DTM-Neuling, dass auch beim technischen Wissen noch Luft nach oben besteht: "Man hat mir erklärt, woran es lag, aber ich bin noch nicht so weit in der Materie, als dass ich es genau wiedergeben könnte."

Die erste Bewährungsprobe Schumachers beim Auftaktwochenende in Hockenheim wird mit Spannung erwartet. "Über meine Ziele für Hockenheim habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich wünsche mir einfach ein problemloses Wochenende und mich eingewöhnen zu können - dann schauen wir, was am Ende dabei herauskommt." Einem übertriebenen Druck braucht sich Schumacher nicht auszusetzen. Das von Sportchef Norbert Haug für Schumacher prognostizierte hintere Drittel der Startaufstellung belegte auch Mika Häkkinen 2005 in seinem ersten Qualifying - im HWA-Neuwagen...

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