Hans Werner Aufrecht zeigt sich erfreut über die offensichtlichen DTM-Ambitionen Ralf Schumachers - und will ein falsches Bild von der Serie gerade rücken.

Nach Offseasons voller eintöniger Herstellersuchen bietet die aktuelle Winterpause auch für ITR-Chef Hans Werner Aufrecht endlich etwas Neues: Die mutmaßlich erfolgreiche Promi-Suche. Doch obwohl auch Aufrecht erleichtert sein dürfte, dass nach dem Schock über den Häkkinen-Rücktritt mit Ralf Schumacher ein neuer Ex-Formel-1-Star am Horizont blinkt: Die Diskussionen über die Überlebensfähigkeit der DTM ohne große Namen dürften dem HWA-Gründer kaum zugesagt haben. Aufrecht wehrt sich vehement gegen den Eindruck, die DTM habe in den vergangenen Jahren nur von Mika Häkkinen, Heinz-Harald Frentzen und Co gelebt.

"Wenn die Serie erst einen Star braucht, um Erfolg zu haben, dann stimmt die Basis nicht, und wenn die Basis nicht stimmt, wird man langfristig auch keinen Erfolg haben", will Hans Werner Aufrecht gegenüber dem sid nicht den Eindruck aufkommen lassen, die DTM sei von großen Namen abhängig. Die Kausalkette der DTM-Kritiker dreht er um: Prominente Piloten in der DTM seien die Folge - und nicht die Ursache - des Markenwerts der Serie: "Ein zweimaliger Formel-1-Weltmeister wäre nie in die DTM gekommen, wenn sie sportlich keinen Wert hätte."

Und dennoch möchte der ITR-Chef nicht auf ein Plädoyer für Ralf Schumachers DTM-Einstieg verzichten. "Es ist nicht meine Aufgabe, Norbert Haug zu sagen, welchen Fahrer er verpflichten soll, das kann er ganz alleine. Aber natürlich würde ich, wie auch alle Fans, Ralf Schumacher gerne in der DTM sehen", sagt Aufrecht, dem dennoch ein gewisser Einfluss auf die Fahrerwahl unterstellt werden darf. An der frühen Entscheidung bei Audi, wo man die Verpflichtung Ralf Schumachers nie ernsthaft in Erwägung gezogen hatte, übt er indirekte Kritik: "Wenn es die Möglichkeit gibt, einen Ralf Schumacher zu verpflichten, dann wäre jeder Hersteller gut beraten, ihn zu holen..."

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