Auch HWA-Technikchef Gerhard Ungar missfielen die Geschehnisse in Spanien - zumal er das spätere Top-3-Ergebnis auch ohne die Crashs für möglich gehalten hätte.

Nach zwei Audi-Siegen in Folge hätte es Balsam auf die Seele des HWA-Technikchefs werden können. Erstmals seit dem dem Norisring-Lauf besetzten zwei Mercedes-Neuwagenpiloten die beiden obersten Stufen des Podests - doch unter den bekannten Begleitumständen von Barcelona hielt sich die Euphorie auch bei Gerhard Ungar in Grenzen. "Zufrieden kann man nicht sein, wenn ein Rennen so ausgeht, dass Audi seine Fahrzeuge zurückzieht", äußert Ungar gegenüber der adrivo Sportpresse. Dass das Rennen überschattet war von Kollisionen, Verbalduellen und vorzeitig aufgesuchten Garagen bedauert er nicht nur aus Sicht des späteren Siegers: "Schade für Jamie, aber auch für die gesamte DTM. Man muss sehen, welche Tragweite dieses Rennen annimmt."

Dennoch hielt das Rennen für Ungar auch Lichtblicke bereit. Nach der tendenziellen Audi-Überlegenheit der vergangenen drei Rennen präsentierten sich die aktuellen C-Klasse-Boliden von ihrer konkurrenzfähigen Seite. "Dennoch schmälert der Audi-Rückzug unsere Leistung nicht - wir waren von der Performance her gut aufgestellt", stellt Ungar fest, der auch die Anfangsphase des Rennens, während derer sich der führende Martin Tomczyk nicht vom Feld hatte absetzen können, als Beleg sieht. So glaubt er trotz des keineswegs schlechten Speeds der beiden Audi-Titelkandidaten gar: "Auch ohne diese Geschehnisse wären wir in der Lage gewesen, drei Autos auf dem Podest zu platzieren."

Das spätere Schicksal Tomczyks ordnet der Gerhard Ungar ebenso ein wie seine Kollegen bei HWA-Mercedes: "Mika ist einfach ein Missgeschick unterlaufen", glaubt der Cheftechniker und vermüdet auch bei den Kollegen von Mücke keine bösen Absichten, "dass Daniel La Rosa Mattias Ekström getroffen hat, war unglücklich, aber nicht beabsichtigt. So etwas hätte nicht passieren dürfen."

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