Nach dem vorzeitigen Rückzug der verbliebenen Audi-Boliden aus dem Rennen sind die Folgen kaum abzusehen. Norbert Haug und Dr. Wolfgang Ullrich äußern sich.

So sehr Jamie Green der erste Sieg nach drei langen Jahren des Wartens zu gönnen war: Schlimmer hätte der Zieleinlauf für die DTM in Barcelona kaum ausfallen können. Sechs Mercedes-Piloten belegten die ersten sechs Plätze, nachdem sich die verbliebenen Audi-Boliden wenige Runden vor Schluss geschlossen aus dem Rennen zurückgezogen hatten. Zuvor hatten umstrittene Zweikämpfe mit Mika Häkkinen und Daniel La Rosa das Aus für die beiden Titelkandidaten Martin Tomczyk und Mattias Ekström bedeutet - weitere grenzwertige Manöver der Piloten folgten.

"Wir sind hierher gekommen, um ein sportliches Rennen um die Meisterschaft auszufahren. Es sind beide Audi-Fahrer, die um die Meisterschaft fahren, aus dem Rennen gekegelt worden. Auch gegen andere Fahrer ist sehr hart gefahren worden", vermisste Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich gegenüber der ARD bei Mercedes die Fairness. Den Rückzug sämtlicher verbliebener Fahrzeuge nach dem erneut harten Überholmanöver von Bruno Spengler gegen Mike Rockenfeller begründet er so: "Um zu vermeiden, dass jemand von uns auf die Idee kommt, mit ebendiesen Mitteln zu arbeiten, habe ich auch die übrigen Fahrer zurückgezogen."

Eine Reaktion des Österreichers, die Mercedes-Sportchef Norbert Haug nicht nachvollziehen konnte: "Ich habe kein Verständnis dafür, die Autos in die Boxen zu holen. Ich weiß nicht, ob dieses Zeichen das richtige ist." Mit Blick auf die entscheidenden Kollisionen zwischen Daniel La Rosa und Mattias Ekström sowie zwischen Mika Häkkinen und Martin Tomczyk bleibt Norbert Haug bei seiner Meinung: "Mika hat sich verschätzt. Daniel hätte spätestens auf dem Gras lupfen müssen, aber Ekströms Manöver war aggressiv. Es war keine geplante Aktion. In aller Deutlichkeit haben wir gesagt, dass wir nicht so fahren, wie in Zandvoort gefahren wurde."

Die Folgen dieses Rennens für die DTM sind kaum absehbar, jedoch versuchen Ullrich und Haug zu beruhigen. "Ich hoffe, dass wir in Hockenheim ein gutes und faires Rennen erleben."

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