Nach der unerwarteten Heimniederlage in Hockenheim strebt man bei Mercedes umso mehr nach dem alljährlichen Auswärtssieg in Nürnberg...

Elf Jahre gingen nach dem ersten Mercedes-Sieg in Nürnberg durch Kurt Thiim 1989 ins Land, bis der bayrische Traditionskurs zur inoffiziellen Mercedes-Strecke avancierte. Kamen in der alten DTM auf dem Norisring immer wieder andere Marken zu Siegehren, so gelang den Stuttgartern seit Beginn der neuen DTM eine Siegquote von satten 75 Prozent. Zwar hindert dies Audi nicht daran, den Lauf am Dutzendteich alljährlich als "Heimrennen" zu proklamieren - doch ein Auswärtssieg hätte für Mercedes nach der Heimniederlage in Hockenheim einen umso größeren Reiz...

HWA

"Auf dem Norisring scheint Mercedes einen Extra-Trick zu haben, den wir bis jetzt noch nicht herausgefunden haben", hatte Abt-Audi-Pilot Mattias Ekström bereits 2006 ratlos eingestehen müssen. Wenngleich sich die Fahrzeugcharakteristiken der beiden Herstellern seit Jahren immer mehr angleichen, blieb die Mercedes-Dominanz auf dem Norisring davon weit gehend unberührt. Zwar dürften die letztjährigen Setup-Erkenntnisse auf die komplett neue C-Klasse nur noch bedingt übertragbar sein - Performance-Probleme im Neuwagenlager würden dennoch überraschen. So ist sind es die fahrerischen und physischen Komponenten des Rennwochenendes, die den Piloten am meisten Respekt abringen:

"74 Runden bei den in Nürnberg meist hochsommerlichen Temperarturen sind kein Pappenstiel", spricht Bernd Schneider aus fast 20 Jahren Norisring-Erfahrung in der DTM, während Mika Häkkinen zu bedenken gibt: "Wie jeder Stadtkurs stellt er besondere Anforderungen an Material und Fahrer und verzeiht keine Fehler." Lebhafte Erinnerungen an das letztjährige Rennen in Nürnberg haben insbesondere die beiden jüngeren HWA-Piloten: Während Bruno Spengler auf dem rund 2,3 Kilometer langen Kurs seinen ersten DTM-Sieg einfuhr, befand sich Jamie Green hier lange auf dem besten Weg dorthin. Auf den ersten Triumph wartet er noch immer: "Vier Rennen und drei sechste Plätze - damit bin ich nicht zufrieden. Ich kann mehr, und das will ich in Nürnberg zeigen."

Mücke & Persson

Ein teaminterner Crash zwischen Daniel La Rosa und Susie Stoddart, zugleich jedoch mit Rang vier für Stefan Mücke das Saisonhighlight des Mücke-Teams - ein überragender vierter Startplatz Jean Alesis, im Rennen jedoch eine der seltenen Nullrunden der Persson-Mannschaft: Für die Jahres- und Gebrauchtwagensteams verlief das Norisring-Rennen 2006 nervenaufreibend. Mit geschrumpftem Gewichtsnachteil und den erwiesenen Siegerqualitäten der 2006er-C-Klasse erscheinen für Mücke und Persson in Nürnberg trotz kurzer Schwächephase in Brands Hatch Podestplätze im Bereich des Möglichen.

"Ich gehe zuversichtlich in das Rennen, da mein Auto wieder ein bisschen leichter geworden ist. Dort habe ich in der Formel 3 und auch in der DTM schon gewonnen", bemerkt Gary Paffett, der in Nürnberg sowohl 2004 als 2005 siegte. Nach einem missglückten Gastspiel in Brands Hatch sind Punkteränge unisono das Ziel das Jahreswagenquartetts - während Paul Di Resta im 2005er-Mercedes an seine sensationellen Ergebnisse der ersten drei Saisonläufe anknüpfen will: "In der Formel 3 Euro Serie habe ich hier letztes Jahr gewonnen. Nach der Enttäuschung in Brands Hatch möchte ich wieder einen Platz auf dem Podium erreichen..."

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