Magdeburg l Mario Kallnik mochte sich nicht mehr äußern. "Es ist ein schwebendes Verfahren, unsere Position dazu klar." Die Verstimmung über die nächste Wendung im Fall des insolventen VFC Plauen war dem Sportchef des 1. FC Magdeburg dennoch auch zwischen den Zeilen anzumerken. Die Spiele der insolventen Vogtländer in der Regionalliga Nordost müssen vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) laut einer Einstweiligen Verfügung des Landgerichtes Berlin vom Donnerstag bis zur Klärung in der Hauptsache nun doch wieder gewertet werden. Der 1. FC Magdeburg ist durch die Entscheidung die am vergangenen Sonntag erkämpfte Tabellenführung damit schon wieder los.

Während der FCM einer der Verlierer der Entscheidung ist und hinter Wacker Nordhausen und dem FSV Zwickau auf Platz drei rutschte, profitierte Liga-Rivale Germania Halberstadt und hat nun einen Punkt mehr auf seinem Konto. Präsident Olaf Herbst sieht das seit Wochen schwelende Hin und Her dennoch mit Sorge und Bauchschmerzen: "Das ist insgesamt nicht gut für den Fußball. Grundsätzlich hätte der NOFV sich erst gar nicht auf einen Vergleich einlassen dürfen", sagte Herbst.

Der NOFV hatte sich in einem Präsidiumsbeschluss gegen eine Wertung der Partien mit VFC-Beteiligung ausgesprochen und auf die DFB-Spielordnung verwiesen. Mit dieser Entscheidung hielt sich der NOFV allerdings nicht an einen Vergleich, den er zuvor mit Plauens Insolvenzverwalter Klaus Siemon geschlossen hatte und machte bezüglich der Rückwärtsrolle bei der Punktwertung "kommunikative Missverständnisse" geltend. Das Landgericht verwies nun in seiner Begründung aber auf diesen Vergleich. Dieser könne im Sinne von Paragraf 779 BGB nicht einseitig von dem Vertragspartner geändert werden.

"Die Freude in Plauen und bei mir ist groß, wir sind glücklich. Auch wenn es nur eine Zwischen- etappe ist", sagte Siemon, der nun auch den beschlossenen Zwangsabstieg kippen will. Der Verein, am übernächsten Spieltag Gegner des FCM, schrieb auf seiner Homepage: "Unsere Mannschaft, die sportliche Leitung und der Cheftrainer werden also weiter an ihrem großen Ziel arbeiten - den Klassenerhalt sportlich zu realisieren!"

Für Kallnik und Herbst ist das Hickhack völlig unnötig, regelt die Spielordnung doch deutlich das Vorgehen. Bis zur nächsten Gerichtsverhandlung ...

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