Magdeburg l 49. Spielminute und der Schreck saß den wenigen Augenzeugen des Testspiels - die Partie fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt - in den Gliedern: FCM-Routinier Lars Fuchs, erst kürzlich am Sprunggelenk operiert, machte auf dem Kunstrasengeläuf neben dem Stadion am Wolfsburger Elsterweg Platz für Kevin Kruschke. Scheinbar ein wenig angeschlagen wirkend, winkte der 32-Jährige jedoch ab: "Kein Problem. Es ist nichts passiert, mir geht es gut, nur eine Vorsichtsmaßnahme."

Eine Stunde lang ließ FCM-Coach Jens Härtel seine Start-elf auf dem Feld, dann erfolgte mit einem Schlag der große Wechsel. Und ohne erkennbare Schwächung brachten die Einwechsler das bereits zur Pause feststehende 2:2 gegen die Reserve des Bundesligisten über die Runden.

Erwähnenswert bleibt, wie der FCM den schnellen 0:2-Rückstand nach Treffern von Mayea Hernandez (12. Minute) und Sasa Strujic (18.) wegsteckte. Die ballgewandten Gastgeber ließen den FCM mit direktem Kurzpass-Spiel des öfteren "alt" aussehen. Dagegen fanden die Elbestädter lange Zeit nicht die passenden Gegenmittel. Jan Glinker musste in der 36. und 37. Minute zweimal hintereinander gegen Albion Avdijaj und erneut Hernandez retten, doch dann hatte der FCM seine stärkste Phase. Ein Fernschuss von Linksverteidiger René Lange (41.) und ein Flachschuss von Morris Schröter (41.) waren erste Signale.

Dann antiziperte der eigentlich im Abseits stehende Christian Beck am besten. Der FCM-Torjäger erlief einen Rückpass und hob den Ball über den Wolfsburger Keeper Matthias Hamrol hinweg zum 1:2 ins Netz (42.). Dem Ausgleich eine Minute später durch Matthias Steinborns straffen Flachschuss ins lange Eck war ein genialer raumöffnender 40-Meter-Diagonalpass von Fuchs vorausgegangen.

Mit den mahnenden Worten "30 Minuten lang waren wir viel zu wenig in Bewegung und haben förmlich gepennt", kritisierte Härtel den Auftritt seiner Elf mit viel Leerlauf im ersten Abschnitt. Erfreut reagierte der Coach jedoch auf die späte Steigerung, mit der der FCM schließlich sein Remis gegen den Dritten der Regionalliga Nord, ohne groß in Gefahr zu geraten, über die Runden brachte.

Der an beiden Gegentoren schuldlose Glinker bedauerte mit einem Blick auf den benachbarten, in einem Top-Zustand befindlichen Rasenplatz: "Der Kunstrasen bot keine optimalen Bedingungen. Mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein. Es entspricht dem Spielverlauf."

FCM: Glinker - Schröter (60. Butzen), Bankert, Hammann, Schiller (60. Zittlau), Lange (60. Schlosser), Steinborn (60. Siefkes), Puttkammer (60. Reimann), Sowislo (60. Bremer), Beck (60. Hebisch), Fuchs (49. Kruschke)