Der 2:0-Heimsieg zum Ausklang gegen Holstein Kiel sorgte beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg in der Chaos-Saison 2010/11 doch noch für ein versöhnliches Ende. Durch den vierten Dreier in Folge kletterten die Elbestädter in der Abschlusstabelle sogar noch auf den 12. Rang.

Magdeburg. Nachdem der Klassenerhalt schon vorher zu 99,9 Prozent festgestanden hatte, beseitigten die Blau-Weißen mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung am Sonnabend die allerletzten Zweifel und bezwangen ein schwaches Gästeteam aus Kiel, das vorm Landespokalfinale gegen den VfB Lübeck scheinbar von Verletzungen verschont bleiben wollte, verdient mit 2:0. Trainer Wolfgang Sandhowe sprach nach den Toren von Tobias Friebertshäuser (56.) nach der sechsten Ecke des agilen Tobias Scharlau und Tobias Beckers Foulelfmeter (74.) von der besten Leistung in einem Heimspiel unter seiner Leitung ("Die Mannschaft hat sich als echte Einheit präsentiert").

In der Tat dominierte der Club in einer mäßigen Partie über weite Strecken und ließ quasi nur eine einzige Chance der viel zu passiven Norddeutschen zu, die Tischer (machte in den letzten beiden Minuten Platz für Ersatzkeeper Franco Flückiger, der so zu seinem ersten Regionalligaeinsatz kam) gegen Lindner vereitelte (71.).

Sandhowe kostete dann den Sieg auch so richtig aus. Er räumte ganz offen ein, dass er die letzten vier Spiele auch als eine Art Bewerbungsschreiben auf den Cheftrainerposten der kommenden Saison betrachte ("Ich würde mich freuen"), er trug in Anlehnung an seine Zusage, unter ihm steige der FCM nicht ab, ein T-Shirt mit den Aufdrucken "Ich habe mein Versprechen eingehalten" bzw. "Der Papa hat es gemacht astrein", und er genoss nicht zuletzt die Sympathiebekundungen der Spieler, die ebenfalls T-Shirts ("Der Papa macht dat schon") übergestreift hatten. Typisch die Szene nach dem Führungstreffer durch den Kopfball von Friebertshäuser, der demonstrativ auf den 57-Jährigen zugelaufen war und das hinterher so begründete: "Es war ein Dankeschön an den Trainer, der mich wieder aufgebaut hat und auch eine Geste, dass ich gerne weiter mit ihm zusammenarbeiten möchte."

Etwas zurückhaltender äußerte sich diesbezüglich Kosta Rodrigues: "Wir sind nicht die Personen, die das zu entscheiden haben, wollten aber zum Abschluss noch einmal richtig Gas geben und zu Null spielen. Das ist uns gelungen." Und Stephan Neumann meinte: "Wir sind als Truppe gereift und haben, als es darauf ankam, im richtigen Moment die Arschbacken zusammengekniffen."

FCM: Tischer (88. Flückiger) - Köhne, Halke, Friebertshäuser, Neumann, Scharlau (86. Brendel), Bauer, Becker, Rodrigues, Wolf, Georgi (75. Wijks)

Kiel: Frech - Müller, Steil, Jürgensen, Poggenberg, Schüßler (46. Meyer), Chahed (59. Jakubowski), Fischer, Lindner, Sykora (76. Wulff), Heider

Schiedsrichter: Schößling (Leipzig). Zuschauer: 4688. Tore: 1:0 Friebertshäuser (56.), 2:0 Becker (74./Foulelfmeter). Gelb: Becker, Friebertshäuser / Sykora, Poggenberg, Meyer