Magdeburg. Nach der U 19 nun also auch die U 17 nach dem 2 : 1 über die Niederlande Europameister – Deutschlands Fußball-Nachwuchs sorgt für Furore. Für DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, vorrangig verantwortlich für die Stars von morgen, eine Bestätigung seiner Arbeit.

" Wir haben zwar die Messlatte sehr hoch gelegt, und das schon 2007, aber auch die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen, damit solche Erfolge möglich werden ", sagte Sammer in Magdeburg. Er hatte vor dem Turnier stets den Titel gefordert und damit zusätzlichen Druck bei den Spielern erzeugt.

Doch die Schützlinge von Marco Pezzaiuoli zeigten keine Schwäche, gewannen alle fünf Spiele. Das, so Sammer, sei umso beachtlicher, weil es für die Jungs die erste Pf ichtveranstaltung war. Alle anderen Nationen hätten zuvor schon zwei Qualif - kationsturniere gespielt.

Doch keine andere Nation war so stark wie Deutschland. " Dieser Titel ist ein wichtiger Beleg dafür, dass unser Weg richtig ist ", so Sammer, der sich mit seiner Philosophie vor allem an Spanien orientiert, das im Nachwuchsbereich stets Erfolge errungen hat und im Vorjahr mit mehreren Spielern des U-17-Europameisters von 1999 den EM-Titel bei den Großen errungen hatte.

Ob Deutschland Ähnliches gelingt ? Zumindest traut Sammer den Nachwuchskickern eine Menge zu : " Sie alle haben das Zeug, sich zu etablieren. Allerdings brauchen wir noch mehr unbequeme Spieler, mehr Michael Ballacks. Mir fällt auf, dass wir im Nachwuchs zu viele bequeme Spieler haben. "

Ein dickes Lob zollte Sammer den Trainern : " Ich habe selten einen Coach wie Marco gesehen, der mit solch einer Akribie seine Arbeit verrichtet. Und auch Horst Hrubesch hat Großes geleistet. Dabei ist er in Deutschland immer belächelt worden. "

Den Ausdruck " goldene Generation " hört Sammer dagegen ungern : " Eine Floskel. Zudem haben sie in der Regel nichts gewonnen, höchstens die, goldene Ananas ‘ wie seinerzeit die hoch gepriesenen Portugiesen. "