Accra - Außenseiter waren Ghanas Nationalteams bei Fußball-Großereignissen schon immer. Bei ihrer ersten WM vor acht Jahren trafen die Westafrikaner in der Vorrunde auf den späteren Weltmeister Italien und kamen trotzdem immerhin bis ins Achtelfinale.

Vier Jahre später in Südafrika wartete früh die deutsche Elf mit Jérôme Boateng zum pikanten Bruderduell. Doch von der 0:1-Niederlage ließen sich Kevin-Prince Boateng & Co. nicht beirren. Der viel beachtete Viertelfinal-Einzug brachte dem vierfachen Afrikameister weltweite Anerkennung ein. Auch deshalb wird den "Black Stars" in Brasilien viel zugetraut, trotz der K.o.-Gruppe mit den Mitfavoriten Deutschland und Portugal. "Ich glaube, dass wir die Welt überraschen können", urteilt Trainer James Kwesi Appiah, der nach einem guten Jahr als Co-Trainer im April 2012 das Amt des Chefcoaches übernommen hat.

Die Leistungsträger der wohl stärksten afrikanischen Mannschaft spielen alle in Europa. Neben Boateng prägen Sulley Muntari und Michael Essien vom AC Mailand das Spiel. Hinzu kommen mit Kwadwo Asamoah (Juventus Turin) und André Ayew (Olympique Marseille) weitere Profis mit Marktwerten jenseits von 10 Millionen Euro. "Wenn wir uns die Klasse der Spieler anschauen, die wir derzeit haben, dann ist das Wichtigste, wie wir sie psychisch optimal einstellen können, wie wir sie dazu bringen, sich immer weiter zu steigern und alles zu geben, um die Fahne Ghanas hochzuhalten", weiß Appiah.

Um die Gruppenphase zu überstehen, ist ein Sieg gegen die USA quasi Pflicht. Und so wird schon Ghanas WM-Auftaktspiel gegen Jürgen Klinsmanns Amerikaner am 16. Juni als vorgezogenes Endspiel betrachtet, danach wartet die DFB-Auswahl in Fortaleza (21. Juni). "Als ich die Gruppe gesehen habe, wurde mir klar, wie schwer es werden wird. Aber ich sagte mir, dass wir nun eben noch härter trainieren werden", sagt Mittelfeldprofi Christian Atsu.