Stockholm - Der frühere schwedische Fußball-Nationalspieler Ralf Edström hat 36 Jahre nach der WM in Argentinien erstmals von seiner Entführung während des Weltturniers im Jahr 1978 berichtet.

"Als ich eines Abends alleine spazieren ging, kamen zwei Männer auf mich zu und forderten mich auf, sie zu begleiten", erzählte Edström in einer schwedischen Radio-Dokumentation. Die beiden bewaffneten Männer hätten ihn in ein Zimmer im Keller eines Hotels gebracht, wo ein Mann mit schwarzer Sonnenbrille gesessen habe.

"Mein Herz hat gerast", erinnerte sich der 61-Jährige. Der Mann habe ihn gefragt, woher er komme. Nachdem Edström seinen Ausweis gezeigt und dem Mann gesagt habe, er sei ein WM-Spieler, habe er das Hotel wieder verlassen dürfen.

Edström, dem im Zwischenrundenspiel der WM 1974 bei Schwedens 2:4-Niederlage gegen Deutschland die 1:0-Führung gelang, glaubt, dass die Entführung mit einem Gespräch zu tun hatte, das er mit einem Mann im Teamhotel geführt habe. Der Mann habe sich als Anwalt ausgegeben und unzufrieden mit den Verhältnissen in Argentinien gezeigt. Damals wurde das südamerikanische Land von einer Militärjunta regiert. In dieser Zeit sollen Zehntausende Menschen illegal inhaftiert worden und viele spurlos verschwunden sein.