Magdeburg l Der Tag begann für die Magdeburger mit einer Hiobsbotschaft: Linksaußen Matthias Musche musste sich zum ersten Punktspiel nach der Winterpause mit Magen-Darm-Infekt abmelden. Doch des einen Leid, des anderen Freud: Der kurzfristige Ausfall eröffnete dem blutjungen Nico Richter die Chance, den freien Platz auf der Bank einzunehmen. Der erst 17 Jahre alte Rechtsaußen der SCM-Youngster hatte unter der Woche bereits mit der ersten Mannschaft trainiert.

Zum Spiel selbst. Steffen Stiebler, der SCM-Sportchef, hatte es geahnt: "Nach einer so langen Pause erwarte ich einen holprigen Beginn auf beiden Seiten. Es wird entscheidend sein, wer sich schneller fängt, seinen Rhythmus findet und konsequent die Chancen nutzt." So sollte es geschehen. Die ersten zehn Minuten gab es Fehler im Angriff und Abstimmungsprobleme in der Deckung auf beiden Seiten (5:5). Auch die Torhüter konnten sich hüben (Jannick Green) wie drüben (Carsten Lichtlein) wider Erwarten nicht in Szene setzen. Danach gelang es den Gästen, sich beim 7:5 ein wenig Luft zu verschaffen. Doch die Magdeburger konterten mit drei Toren in Serie zum 9:8 (16.).

Es blieb auch in der Folge eng, erst legte der VfL vor, nach dem 13:13-Ausgleich durch Jure Natek war es der SCM - bis die Deckung gute Vorarbeit leistete und Bartosz Jurecki per Konter die erste Zwei-Tore-Führung für die Hausherren zum 15:13 (26.) erzielte. Mit Kampf und Kraft wurde das Polster verteidigt und bis zum Pausentee sogar auf drei Tore ausgebaut (17:14).

Der SCM musste auch in der zweiten Hälfte weiter hart für jedes Tor arbeiten, bis sich der Knoten nach einem Doppelschlag von Andreas Rojewski zum 21:17 (35.) endlich löste. Danach ging vieles leichter. Der in der 38. Minute eingewechselte Dario Quenstedt hielt wichtige Bälle, die Halle formierte sich zum "achten Mann". Auf der Außenbahn startete zudem Yves Grafenhorst immer wieder durch und machte mit insgesamt neun Toren seinen rabenschwarzen Tag vom Hinspiel mehr als wett.

Beim beruhigenden Stand von 32:27 zweieinhalb Minuten vor Schluss nutzte Trainer Geir Sveinsson eine Auszeit, um neben Vincent Sohmann auch Richter unter dem Sonderapplaus des Publikums ins Spiel zu bringen. Nur Lichtlein zeigte sich als Spielverderber. So blieb dem SCM-Küken ein Tor und damit das Sahnehäubchen verwehrt.

Magdeburg: Green, Quenstedt - Rojewski 4, Richter, van Olphen, Natek 3, Bagersted 2, Grafenhorst 9, Haaß 1, Bezjak 4, Weber 5/1, Sohmann 1, Jurecki 4, Lie Hansen
Gummersbach: Lichtlein, Puhle - Ernst, Schindler, Kühn 7, Persson, Jonsson 1, von Gruchalla 3, Bult 4, Schröder 2, Santos 8/1, Larsson 1, Becker 3, Jaeger
Schiedsrichter: Pritschow/Pritschow (Stuttgart). Zuschauer: 6608. Siebenmeter: SCM 2/1; VfL 2/1. Zeitstrafen: 1/4.