Magdeburg l Zwei Tage hatten die SCM-Handballer nach der überraschenden 26:32-Heimniederlage gegen TuS N.-Lübbecke Zeit, um die Wunden zu lecken, Analyse zu betreiben und die Regeneration in Gang zu setzen. Und doch hallen die Ereignisse noch nach. Vor allem die Pfiffe der enttäuschten Zuschauer klingeln dem einen oder anderen Spieler noch in den Ohren.

"Auch wenn es wehtut, in der Halbzeit beim Gang in die Kabine von Pfiffen begleitet zu werden - sie hatten ihre Berechtigung, und wir müssen das akzeptieren. Denn natürlich waren die Zuschauer mit völlig anderen Erwartungen in die Halle geströmt", zeigt Yves Grafenhorst Verständnis für die Reaktionen von den mit 6613 Zuschauern voll besetzten Rängen. Auch wenn diese wenig hilfreich seien, "denn gerade in Phasen, wo es eng und kritisch ist, oder wir zurückliegen, brauchen wir die Unterstützung von unseren Fans".

Doch wie dem auch sei, der Linksaußen ist fest davon überzeugt, dass sich diejenigen, die gepfiffen oder gar vor Spielende die Halle verlassen haben, genau so schnell wieder begeistern und "einfangen" lassen. "Wir müssen das Spiel genau analysieren, die richtigen Schlüsse ziehen, das Thema dann abhaken und gegen Kiel zeigen, dass wir es besser können", so der 31-Jährige.

Kurz gesagt: Der SCM braucht noch einmal so eine Kehrtwende wie nach der Hinrunden-Niederlage in Lübbecke. Grafenhorst: "Damals haben wir auch sofort reagiert und gezeigt, was möglich ist, wenn wir zusammenstehen. Das war der Ausgangspunkt für unsere Siegesserie, und das Gleiche gilt es jetzt zu wiederholen." Dass ausgerechnet der Tabellenführer THW Kiel am kommenden Mittwoch (20.15 Uhr/Sport1) als "Aufbaugegner" herhalten soll oder muss, mache die Sache um so interessanter, "aber wir müssen alles geben und alles versuchen, um in die Erfolgsspur zurückzukehren", sieht Grafenhorst trotz allem die Chance zur schnellen Wiedergutmachung.