Magdeburg. Für Steffen Coßbau haben "die Wochen der Wahrheit" begonnen. Der Linksaußen kämpft um eine Vertragsverlängerung beim SC Magdeburg. Der Kontrakt läuft im Sommer aus, und noch weiß der 23-Jährige nicht, wohin die Reise geht. "Ich muss mich anbieten, und das geht bekanntlich am besten, wenn man spielt. Allerdings sah es diesbezüglich aus unterschiedlichen Gründen in dieser Saison nicht gerade toll aus", sieht sich der Magdeburger in der Defensive.

Da kam ihm der Einsatz gegen Gummersbach, wo der Youngster nach 20 Minuten für den bis dahin glücklosen Yves Grafenhorst eingewechselt wurde, gerade recht. Das Resümee fiel dennoch durchwachsen aus, nachdem "Cossi" zunächst zweimal sicher getroffen hatte, dann aber zweimal kläglich gescheitert war. "Meine Leistung war ,so lala‘. Es gibt also weder den Grund, die Nase hoch zu tragen, noch den Kopf hängen zu lassen. Es war ein Anfang, auf den ich aufbauen kann – so man mich lässt".

Die Hängepartie um seinen Vertrag – "Ende Januar gab es ein erstes Gespräch, seitdem ist Ruhe" – hat seinen Gründe. Das weiß keiner so gut wie der Junioren-Weltmeister selbst. "Natürlich wüsste ich lieber heute als morgen, wie es weitergeht, und langsam läuft mir die Zeit davon. Aber ich kann nachvollziehen, warum man von Vereinsseite zögert. Die Hinserie lief ja alles andere als optimal, denn ich wurde immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen. Und nachdem wenigstens die Vorbereitung auf die Rückrunde gut lief, machte mir eine Bronchitis einen Strich durch die Rechnung. So konnte ich dem Trainer kaum zeigen, was ich draufhabe und dass ich durchaus eine Alternative zu Yves sein kann."

Für Coßbau, der u.a. beim Zweitligisten HC Empor Rostock im Gespräch ist, sei der SCM "erster Ansprechpartner". Dennoch macht er deutlich, nicht um jeden Preis bleiben zu wollen. "Ich weiß, dass ich mit Yves noch nicht auf Augenhöhe bin. Aber es zu werden, ist mein Ziel. Dass ich dann mehr Spielanteile beanspruche und mich langfristig nicht damit zufriedengebe, den Ausputzer zu spielen, ist doch nur normal."

Derweil macht SCM-Trainer Frank Carstens klar, dass nicht der Verein, sondern vielmehr der Spieler am Zuge ist und das Leistungsprinzip gilt: "Wenn Steffen mehr spielen möchte, muss er sich anbieten und besser sein als Yves – so einfach ist das. ,Cossi‘ muss konstant trainieren und seine Physis verbessern. Wenn er es schafft, sein Potenzial freizulegen, dann kommen wir auch zusammen."