Magdeburg. Außer Spesen, nichts gewesen ... Verständlich, dass die Reaktionen der rund fünfzig mitgereisten Fans nach der 25:27-Pleite des SCM bei Aufsteiger TSV Hannover-Burgdorf zwischen Enttäuschung und Wut schwankte. Das Schlimmste an dem Auftritt der Mannschaft um Kapitän van Olphen war aber wohl, dass es kaum Lichtblicke gab. Die Hoffnungen auf ein Ende der Niederlagenserie – alle bisherigen vier Spiele der Rückrunde (Lemgo, Flensburg, Göppingen, Hannover) wurden verloren – sind daher gering. Wenn man die avisierten vier Punkte am Sonntag bei den Berliner Füchsen und beim Heimspiel am 10. März gegen Düsseldorf wirklich einfahren will, muss eine Kehrtwendung her – sowohl spielerisch als auch kämpferisch.

Etwas ratlos wirkte auch Interimstrainer Sven Liesegang in der Pressekonferenz am Sonntagabend, nachdem seine Kampfansagen bislang ins Leere liefen. Gleiches gilt anscheinend für die vielen Einzelgespräche, die Liesegangs Angaben zufolge nach der miserablen ersten Halbzeit gegen Göppingen geführt wurden. "Wir haben diesmal zwar in der Deckung gut dagegengehalten, waren lange dran, aber nach dem 9:9 wurden wieder einmal leichte Bälle weggeworfen. In der zweiten Hälfte hat sich dann einmal mehr das gezeigt, was uns die letzten Spiele bereits verfolgt: Aus dem Rückraum kommt viel zu wenig. Entweder trifft nur einer oder gar keiner", monierte Liesegang, nachdem vor allem van Olphen auf halblinks sowie Tönnesen und Wiegert in der Mitte jegliche Durchschlagskraft fehlte.

Doch nicht nur die hart erarbeiteten Chancen, sondern auch die leichten Tore (die Außen Coßbau und Weber hatten zusammen eine Trefferquote von 19:8) blieben ungenutzt. Zu allem Unglück kassierte man auch noch unnötige Zeitstrafen wegen Meckerns. Liesegang: "Das geht gar nicht, darüber müssen wir reden."

Angesprochen auf die erneute Siebenmeterschwäche – von neun vergebenen Strafwürfen konnten nur vier untergebracht werden - konstatierte der Trainer: "Ich habe inzwischen das Gefühl, dass unsere Gegner lieber einen Siebenmeter in Kauf nehmen als einen Wurf von Jurecki am Kreis."

Trotz allem wollte Liesegang nicht von einer Krise des SCM sprechen: "Es ist eine unangenehme Situation, aber man darf auch nicht vergessen, dass Lemgo, Flensburg und Göppingen starke Gegner waren. Allerdings nützt es uns nichts, wenn wir Lob dafür bekommen, dass wir lange dagegengehalten haben, wenn wir am Ende mit leeren Händen dastehen. Ich glaube, der Mannschaft fehlt ein Erfolgserlebnis. Und ich vermisse leider auch, dass die älteren, erfahrenen Spieler vorangehen und dies erzwingen."

Doch gestern hatte der SCM dann doch zwei gute Nachrichten zu vermelden: Der 19-jährige Junioren-Nationalspieler Tim Hornke hat einen Vertrag bis Juni 2012 unterzeichnet. Der Rechtsaußen vom Zweitligisten HSV Hannover wird in der nächsten Saison zur Absicherung von Robert Weber eingesetzt und kann zudem in der 2. Liga zum Einsatz kommen. Zudem hat Perspektivkader Christoph Steinert seinen Vertrag beim SCM um ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni 2011 verlängert.