Platzt am Sonntag ( 17. 45 Uhr / Max-Schmeling-Halle / live DSF ) endlich der Knoten ? Diese Frage stellen sich nach vier Niederlagen in Folge nicht nur die Fans des SCM, sondern auch die Handball-Spieler, Trainer und Verantwortlichen des Tabellenelften selbst. Die Chance, ausgerechnet beim Erzrivalen Füchse Berlin die Durststrecke zu beenden, ist vorhanden, meint Interimscoach Sven Liesegang : " Ich habe die Füchse live gegen Flensburg gesehen, die sind nicht besser als wir und durchaus schlagbar. "

Magdeburg. Geht es nach dem Willen der Magdeburger, könnte es für die Füchse morgen ein böses Déjà-vu-Erlebnis geben, denn vor fast genau einem Jahr beendete der SCM – ebenfalls nach vier Pleiten – in Berlin seine Negativserie. Nach einem kampfbetonten, von den Deckungsreihen geprägten Spiel, das in der schweren Verletzung von Damien Kabengele gipfelte, ging der SCM mit einem 28 : 21-Erfolg vom Feld.

Stian Tönnesen hätte nichts gegen eine Wiederholung des Vorjahressieges, auch wenn die Berliner beim Hinrundenspiel in der Bördelandhalle den Spieß umdrehen konnten ( 29 : 25 ) und der SCM selbst zuletzt alles andere als spielstark, souverän und treffsicher wirkte. Dennoch : " Wir müssen auf uns schauen und zusehen, dass wir vor allem aus dem Rückraum mehr treffen. Wir erspielen uns viele Chancen, nutzen sie aber nicht. Wenn wir die Wurfeffektivität verbessern und uns daran erinnern, wie wir vor einem Jahr in Berlin gekämpft und gewonnen haben, dann ist erneut ein Sieg drin ", gab sich der Spielmacher gestern kämpferisch. Und selbstkritisch fügte er an : " Ich habe zuletzt nicht gut gespielt und konnte van Olphen und Rojewski nicht so helfen wie früher. Ich kann nur hoffen, dass es in Berlin wieder besser läuft. "

Auch Liesegang, der " eine gewisse Verunsicherung der Spieler " konstatiert, hofft, " dass wir endlich den Bock umstoßen ". Dazu müsste seine Mannschaft allerdings das Hauptproblem in den Griff bekommen : " Entscheidende Dinge lassen wir beim Spiel gern mal außen vor. Gegen Göppingen stand die Abwehr in der ersten Halbzeit schlecht, in Hannover war die Deckungsleistung anfangs super, aber dafür war die Angriffsleistung mit 30 Prozent Torauusbeute unterirdisch. In der zweiten Hälfte lief es dann im Angriff besser, dafür hat die Abwehr nicht mehr so dagegengehalten. Wir müssen also zusehen, dass wir alles zusammen gut und stabil über die Zeit bringen ", fordert Liesegang Konstanz und Konzentration über volle 60 Spielminuten.

Nicht die besten Erinnerungen an die Partie vor einem Jahr hat Damien Kabengele, zog er sich doch aufgrund einer überharten Abwehraktion des Gegners die schwere Schulterverletzung zu, an der er noch immer laboriert. Doch Rachegelüste verspürt der Rückraumschütze nicht. " Ich bin nicht nachtragend, denn so etwas passiert nun mal, das bringt der Sport so mit sich. Mir ist wichtig, dass wir gewinnen und ich bald wieder im Angriff spielen kann, alles andere ist mir egal ", so der Kongolese, der zuletzt von seiner Mama Masengu " gehegt und gepflegt " wurde. Der zweiwöchige Besuch endete Anfang der Woche " viel zu schnell. Es war eine schöne Zeit, denn wir hatten uns lange nicht gesehen und viel zu erzählen. Inzwischen ist meine Mutter heile zu Hause angekommen und drückt mir von dort aus die Daumen ".

Die Gastgeber um den Ex-Magdeburger Keeper Silvio Heinevetter hoffen nach drei Pleiten in Folge ihrerseits auf eine Trendwende. Helfen soll dabei Abwehrchef Stian Vatne, der erstmals nach seiner Verletzung wieder dabei ist. Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning stellt schon mal klar : " Erstmals sind wir gegen Magdeburg in der Favoritenrolle. Wir haben das spielerische Potenzial, den SCM zu schlagen. "